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Organspendeverfahren
Wie verläuft das Verfahren für eine Organspende? Auf dieser Seite finden Sie eine Schritt-für-Schritt-Erklärung und alle Informationen, die Sie benötigen.
1. Möglicher Spender? Konsultieren Sie das Spenderregister
Eine Organspende findet immer im Krankenhaus statt. Das Verfahren kann beginnen, wenn feststeht, dass eine weitere medizinische Behandlung sinnlos ist und der Patient versterben wird.
Meistens handelt es sich um Patienten auf der Intensivstation (ITS). Denken Sie aber auch an eine Organspende bei einem Patienten mit infauster Prognose in der Notaufnahme (ZNA). Es kann vorkommen, dass es einen Fall in der Neurologie gibt. Hierüber können Sie sich mit dem ODC beraten.
- Für Kinder unter 18 Jahren gibt es das Protokoll Kind als Spender.
- Für Organspende nach Euthanasie gibt es separate Richtlinien.
Infauste Prognose? Konsultieren Sie das Spenderregister
Haben Sie als Arzt in der Akutversorgung (ITS und ZNA) mit einer infausten Prognose zu tun? Rufen Sie dann das Organcentrum (OC) an, um das Spenderregister zu konsultieren, auch bei Zweifeln. Dies ist 24 Stunden am Tag möglich. Für die Konsultation ist eine BIG-Registrierung erforderlich. Ein Arzt kann die Befugnis zur Konsultation auch an einen Mitarbeiter ohne BIG-Registrierung übertragen.
Rufen Sie das Orgaancentrum an (24/7)
Daten, die Sie für die Konsultation des Spenderregisters benötigen
- Behandelnder Arzt: BIG-Registrierungsnummer und Telefonnummer.
- Patient: Bürgerservicenummer (BSN), Geschlecht, Initial(e), Nachname und Geburtsdatum.
Was fragt das Orgaancentrum bei einer Konsultation ab?
Das Orgaancentrum konsultiert das Spenderregister. Steht ein ‚Nein‘ im Spenderregister? Dann ist keine Organspende möglich und das Telefonat wird beendet. Bei den anderen Registrierungen im Spenderregister führt das Orgaancentrum eine kurze Prüfung auf Kontraindikationen durch.
Kontraindikationen und Voraussetzungen
- Ist noch eine Zirkulation vorhanden? Dies ist eine Voraussetzung für eine Organspende.
- Liegt eine unbehandelte Malignität vor? Wenn dies der Fall ist, kann die Organspende nicht durchgeführt werden. Ausnahmen sind Haut- oder Hirntumoren.
Es spielen noch weitere Faktoren eine Rolle, um die medizinische Eignung eines Organspenders zu bestimmen. Diese besprechen Sie später mit dem Organspendekoordinator (siehe unten).
Organspende nicht (mehr) möglich?
Denken Sie dann an eine Gewebespende, da dies möglicherweise noch möglich ist.Gehen Sie zum Gewebespendeverfahren.
Potenzieller Organspender? Organspendekoordinator hilft sofort
Ist nach dieser kurzen Prüfung durch das Orgaancentrum eine Organspende möglich? Dann sorgt der Mitarbeiter des Orgaancentrums dafür, dass der konsultierende Arzt mit dem Organspendekoordinator (ODC) in Kontakt kommt. Dieses Telefonat findet noch vor dem Überbringen der schlechten Nachricht statt, da Angehörige das Thema Organspende manchmal selbst ansprechen.
Der ODC ist auf das Organspendeverfahren spezialisiert und kann die folgenden Themen mit Ihnen durchgehen:
- Medizinische Eignung für eine Organspende
- Logistische Planung des Verfahrens
- Rechtliche Aspekte: Rechtsgültigkeit der Registrierung, Geschäftsunfähigkeit und nicht-natürlicher Tod
- Spendegespräch: gemeinsame Vorbereitung und eventuelle Unterstützung während des Gesprächs (vor Ort oder telefonisch)
Nutzen Sie diese Expertise, um gut vorbereitet das Gespräch mit den Angehörigen zu führen.
Ausführliche Informationen
Möchten Sie mehr über die Spendererkennung und die Konsultation des Spenderregisters erfahren?
Modellprotokoll Spendererkennung
2. Spendegespräch über Organe
Ist eine Spende möglich? Führen Sie dann ein Spendegespräch, in dem Sie die Angehörigen eines potenziellen Spenders über die Registrierung im Spenderregister informieren. Geben Sie außerdem Erläuterungen zum Verfahren.
Die Informationen unten beziehen sich auf die häufigste Situation: ein potenzieller Spender ab 16 Jahren, der einwilligungsfähig ist. Im Modellprotokoll finden Sie Anweisungen für Einwilligungsunfähigkeit zum Zeitpunkt der Registrierung.
Suchen Sie Tipps für das Gewebespendegespräch?
Handelt es sich (auch) um einen Gewebespender? Sehen Sie sich die Tipps an, um dieses Verfahren den Angehörigen gut zu erklären.
Erläuterung pro Registrierung
Die Registrierung des potenziellen Spenders im Spenderregister ist maßgeblich für das Gespräch. Sehen Sie sich pro Registrierung an, wie Sie das Gespräch führen.
Ja, ich möchte Organspender werden
Wie besprechen Sie die 'Ja'-Registrierung?
Eine 'Ja'-Registrierung ist eine aktive Entscheidung. Der potenzielle Spender hat sich selbst für eine Spende entschieden.
- Informieren Sie die Angehörigen über die Registrierung.
- Fragen Sie die Angehörigen, ob sie jemals mit dem potenziellen Spender über eine Spende gesprochen haben.
- Geben Sie Erläuterungen zum Verfahren.
- Schauen Sie sich die Animation unten an und verwenden Sie den Beispielsatz, um die Registrierung zu erklären.
Mit wem führen Sie das Gespräch?
Das Gespräch führen Sie in der Praxis meist mit der direkten Familie. Denken Sie an den Partner, die Kinder oder Geschwister. Sind diese nicht erreichbar? Versuchen Sie dann, die Spende zu verschieben, bis jemand erreicht werden konnte.
Laut Gesetz ist es auch erlaubt, Angehörige zu informieren. Dies sind alle Personen, die eine (große) Rolle im Leben des Patienten spielen. Dies sind also oft Familienmitglieder, es können aber auch andere Personen sein, die den Patienten gut kennen und aktiv an seinem Leben beteiligt sind.
Was können Sie tun, um Angehörige zu erreichen?
- Nutzen Sie die regulären Kanäle: Suchen Sie in den persönlichen Gegenständen des Patienten nach Kontaktdaten.
- Gelingt dies nicht? Bitten Sie dann die Polizei, die Angehörigen über ihre Kanäle zu erreichen.
- In der Zwischenzeit dürfen Sie bereits vorbereitende Maßnahmen für die Spende durchführen.
Sind Angehörige nicht erreichbar oder kann die Spende nicht länger aufgeschoben werden? Dann findet keine Spende statt.
Sind die Hinterbliebenen davon überzeugt, dass die Registrierung nicht stimmt?
Bei einem ‚Ja‘ im Spenderregister liegt eine Zustimmung zur Spende vor. Diese Registrierung ist maßgeblich. Die Absicht ist, die Spende durchzuführen.
Es kann vorkommen, dass Hinterbliebene davon überzeugt sind, dass die Registrierung nicht dem Wunsch des Patienten entspricht. Dann können sie dies glaubhaft machen:
- Beim Glaubhaftmachen geht es nicht um Beweise, sondern um das Darlegen und Erklären.
- Ihr professionelles Urteil als Arzt zählt. Sie entscheiden, ob Sie auf Basis dieses Gesprächs die Spende durchführen oder nicht.
Achtung: Nur Hinterbliebene bis zum 2. Grad können die Registrierung im Spenderregister widerlegen. Andere dürfen dies gesetzlich nicht.
- Wer sind Hinterbliebene bis zum 2. Grad? (Modellprotokoll 4.7)
- Einwand der Hinterbliebenen gegen die Art der Registrierung (Modellprotokoll 4.10)
Haben Hinterbliebene persönliche Schwierigkeiten mit der Organspende?
Die Hinterbliebenen können auch angeben, dass sie persönlich Schwierigkeiten mit der Spende haben.
Versuchen Sie dann zu verstehen und nachzufragen, woher die Einwände kommen: Gibt es bestimmte Annahmen über das Verfahren oder spielt etwas aus der Weltanschauung oder Kultur eine Rolle?
- Lesen Sie, wie Sie mit diesen Einwänden umgehen (Modellprotokoll 4.11)
Kein Einwand gegen eine Spende
Wie bespricht man die 'Kein Einwand'-Registrierung?
Jeder ab 18 Jahren steht im Organspenderegister. Wenn Sie selbst nicht aktiv eine Wahl treffen, sind Sie mit Zustimmung auf Basis einer 'Kein Einwand'-Registrierung eingetragen. Darüber wurden Sie durch 3 Briefe der Regierung informiert.
- Informieren Sie die Angehörigen über die Registrierung.
- Fragen Sie die Angehörigen, ob sie jemals mit dem Patienten über Organspende gesprochen haben.
- Geben Sie Erläuterungen zum Verfahren.
- Schauen Sie sich die Animation unten an und verwenden Sie den Beispielsatz, um die Registrierung zu erklären.
Mit wem führen Sie das Gespräch?
Das Gespräch bei einer 'Kein Einwand'-Registrierung führen Sie in der Praxis meist mit der direkten Familie. Denken Sie an den Partner, Kinder oder Geschwister. Sind diese nicht erreichbar? Versuchen Sie dann, die Spende aufzuschieben, bis jemand erreicht wurde.
Laut Gesetz ist es auch erlaubt, Angehörige zu informieren. Dies sind alle Personen, die eine (große) Rolle im Leben des Patienten spielen. Dies sind also oft Familienmitglieder, es können aber auch andere Personen sein, die den Patienten gut kennen und aktiv an seinem Leben beteiligt sind.
Was können Sie tun, um Angehörige zu erreichen?
- Nutzen Sie die regulären Kanäle: Suchen Sie in den persönlichen Gegenständen des Patienten nach Kontaktdaten.
- Gelingt dies nicht? Bitten Sie dann die Polizei, die Angehörigen über ihre Kanäle zu erreichen.
- In der Zwischenzeit dürfen Sie bereits vorbereitende Maßnahmen für die Spende durchführen.
Sind Angehörige nicht erreichbar oder kann die Spende nicht länger aufgeschoben werden? Dann findet keine Spende statt.
Sind Hinterbliebene davon überzeugt, dass die Registrierung nicht stimmt?
Bei einer 'Kein Einwand'-Registrierung im Organspenderegister liegt eine Zustimmung zur Spende vor. Diese Registrierung ist maßgeblich. Die Absicht ist, die Spende durchzuführen.
Es kann vorkommen, dass Hinterbliebene davon überzeugt sind, dass die Registrierung nicht dem Wunsch des Patienten entspricht. Dann können sie dies glaubhaft machen:
- Beim Glaubhaftmachen geht es nicht um Beweise, sondern um das Darlegen und Erklären.
- Ihr professionelles Urteil als Arzt zählt. Sie entscheiden, ob Sie auf Basis dieses Gesprächs die Spende durchführen oder nicht.
Achtung: Nur Hinterbliebene bis zum 2. Verwandtschaftsgrad können die Registrierung im Organspenderegister widerlegen. Andere dürfen dies gesetzlich nicht.
- Wer sind Hinterbliebene bis zum 2. Grad? (Modellprotokoll 4.7)
- Einwand der Hinterbliebenen gegen die Art der Registrierung (Modellprotokoll 4.10)
Haben Hinterbliebene persönliche Schwierigkeiten mit der Organspende?
Die Hinterbliebenen können auch angeben, dass sie persönlich Schwierigkeiten mit der Spende haben.
Versuchen Sie dann zu verstehen und nachzufragen, woher die Einwände kommen: Gibt es bestimmte Annahmen über das Verfahren oder spielt etwas aus der Weltanschauung oder Kultur eine Rolle?
- Lesen Sie, wie Sie mit diesen Einwänden umgehen (Modellprotokoll 4.11)
Mein Partner oder meine Familie entscheidet für mich
Wie bespricht man den Wunsch, dass der Partner oder die Familie entscheidet?
Bei der Registrierung 'Mein Partner oder meine Familie entscheidet für mich' überlässt der Patient die Entscheidung dem Partner oder der Familie.
- Informieren Sie den Partner oder die Familie über die Registrierung.
- Fragen Sie, ob diese Registrierung dem Partner oder der Familie bekannt war.
- Geben Sie Informationen über das Verfahren.
- Geben Sie Zeit, alle Informationen zu verarbeiten, nachzulesen und über die Entscheidung nachzudenken.
- Schauen Sie sich die Animation unten an und verwenden Sie den Beispielsatz, um die Registrierung zu erklären.
Mit wem führen Sie das Gespräch?
Das Spendengespräch führen Sie mit Hinterbliebenen bis zum 2. Grad. Es gibt 3 Kategorien:
- Ehepartner, eingetragener Partner oder anderer Lebensgefährte des Patienten.
- Volljährige Blutsverwandte bis zum 2. Grad: (Adoptiv-)Kinder, (Adoptiv-)Eltern, Geschwister, Großeltern und Enkelkinder.
- Volljährige Verschwägerte bis zum 2. Grad: Kinder des Ehepartners (oder eingetragenen Partners), Schwiegereltern, Schwiegergroßeltern, Schwager, Schwägerinnen, Schwiegersöhne, Schwiegertöchter und Stiefenkel.
Die Reihenfolge bestimmt die Entscheidungsbefugnis:
- Nehmen Sie zuerst Kontakt mit einer Person aus Kategorie 1 auf. Diese Person trifft die Wahl. Sie müssen keine Zustimmung von einer Person aus einer nachfolgenden Kategorie einholen.
- Gibt es keinen Hinterbliebenen aus Kategorie 1 oder ist dieser nicht erreichbar? Dann kontaktieren Sie eine Person aus Kategorie 2 und so weiter.
- Sie unternehmen angemessene Anstrengungen, um Hinterbliebene aus einer Kategorie zu erreichen, aber Sie müssen nicht jeden erreichen.
Lesen Sie mehr im Modellprotokoll (4.7): Wer sind Hinterbliebene bis zum 2. Grad?
Hinterbliebene nicht erreichbar?
Sie tun alles, um Hinterbliebene zu erreichen. Wenn keine Hinterbliebenen gefunden werden können, findet die Spende nicht statt. Sie dürfen die Angehörigen nicht um Zustimmung bitten, da Angehörigenichtentscheidungsbefugt sein.
Kann die Zustimmung noch zurückgezogen werden?
Der Partner oder Familienangehörige können die Zustimmung bis zu dem Zeitpunkt zurückziehen, an dem der Verstorbene für die Organ- oder Gewebespende in den Operationssaal/das Leichenschauhaus gebracht wird.
Ich benenne eine Person, die entscheidet
Wie bespricht man es, wenn der Patient die Entscheidung einer einzigen Person überlässt?
Bei der Registrierung „Ich benenne eine Person, die entscheidet“ überlässt der Patient die Entscheidung der benannten Person.
Die Entscheidung der in der Registrierung genannten Person ist für die Spende maßgeblich. Es spielt rechtlich keine Rolle, wie lange der Kontakt zwischen dieser Person und dem Patienten zurückliegt.
- Informieren Sie diese Person über die Registrierung.
- Fragen Sie, ob diese Registrierung der benannten Person bekannt war.
- Geben Sie Informationen über das Verfahren.
- Geben Sie Zeit, alle Informationen zu verarbeiten, nachzulesen und über die Entscheidung nachzudenken.
- Schauen Sie sich die Animation unten an und verwenden Sie den Beispielsatz, um die Registrierung zu erklären.
Mit wem führen Sie das Gespräch?
Die benannte Person ist beim Gespräch anwesend. Sie geben die Informationen, die für eine informierte Entscheidung notwendig sind.
Ist die benannte Person nicht erreichbar?
Sie setzen alles daran, diese Person zu erreichen. Ist dies nicht gelungen? Dann können Sie die Spendefrage an die Hinterbliebenen richten.
Lesen Sie mehr im Modellprotokoll (4.7): Wer sind Hinterbliebene bis zum 2. Grad?
Wenn es keine Hinterbliebenen gibt, findet die Spende nicht statt. Sie dürfen keine Zustimmung von Angehörigen einholen. Diese sind nämlichnichtentscheidungsbefugt.
Kann die Zustimmung noch zurückgezogen werden?
Die benannte Person (Entscheidungsbefugter) kann die Zustimmung bis zu dem Zeitpunkt zurückziehen, an dem der Verstorbene für die Organ- oder Gewebespende in den Operationssaal/das Leichenschauhaus gebracht wird.
Nein, ich möchte kein Spender werden
Was tun Sie bei einer „Nein“-Registrierung?
Der Patient hat explizit angegeben, kein Spender sein zu wollen. Es liegt keine Zustimmung zur Spende vor.
Bei dieser Registrierung findet niemals eine Spende statt.
- Informieren Sie die Angehörigen darüber, dass keine Zustimmung zur Spende vorliegt.
- Schauen Sie sich die Animation unten an und verwenden Sie den Beispielsatz, um die Registrierung zu erklären.
Begleitung durch den ODC
Teilen Sie den Angehörigen mit, dass sie von einem Organspendekoordinator (ODC) begleitet werden. Dieser kann Fragen zum Spendeablauf beantworten. Klären Sie vorab, ob der ODC am Spendengespräch teilnimmt oder telefonisch erreichbar ist.
Wie erläutern Sie den Ablauf?
Findet die Spende statt? Geben Sie den Angehörigen eine klare Erläuterung des Ablaufs. Bedenken Sie, dass dies viele Informationen sind und für die meisten Menschen völlig neu.
- Zuhören ist wichtiger als Sprechen. Gehen Sie auf Sorgen ein und beantworten Sie Fragen.
- Dosieren Sie medizinische Informationen und vermeiden Sie Fachjargon.
- Sorgen Sie für realistische Erwartungen hinsichtlich der Dauer des Ablaufs.
Erwarten Sie Fragen aus dem Bereich Weltanschauung, Religion oder Kultur?
Kontaktieren Sie einen Seelsorger oder medizinischen Sozialarbeiter in Ihrem Krankenhaus. Bitten Sie diese Person gegebenenfalls zum Spendengespräch hinzu.
Tipp! Verwenden Sie die Gesprächshilfe (Praatplaat) beim Gespräch
Die Gesprächshilfe bietet der Familie Halt während des Spendengesprächs. Auf der Tafel sind die Schritte der Organspende abgebildet und es gibt Platz für Notizen. Geben Sie die Gesprächshilfe im Anschluss mit.
Gesprächshilfe bestellen (Abreißblock): info@transplantatiestichting.nl
Abschluss des Spendengesprächs
- Fassen Sie zusammen, worüber Sie gesprochen haben. Oder bitten Sie einen Angehörigen, der beim Gespräch anwesend ist, dies zu tun.
- Nennen Sie die Schlussfolgerung: Spende ja/nein.
- Fragen Sie, ob dies korrekt ist und ob alles klar ist.
Tipp! Geben Sie Informationen für zu Hause mit
Geben Sie im Anschluss Informationen für zu Hause mit oder teilen Sie die Online-Informationen.
Ausführliche Informationen
Ausführliche Erläuterung zum Spendegespräch und zum gesetzlichen Rahmen?Modellprotokoll Spendegespräch
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3. Anmeldung als Organspender
Nach dem Spendegespräch und der Zusammenstellung aller Daten kann der Organspender angemeldet werden. Was wird hierfür benötigt?
Medizinische Untersuchung der Organe
Vor der Anmeldung eines Organspenders sind noch verschiedene medizinische Untersuchungen erforderlich, um zu beurteilen, welche Organe für eine Spende geeignet sind, sowie eine Fremdanamnese zur medizinischen und sozialen Vorgeschichte. Zudem wird immer Blut für die Gewebetypisierung und Virologie abgenommen.
Der Organspendekoordinator (ODC) koordiniert diese Untersuchungen und arbeitet dabei mit dem behandelnden Arzt zusammen.
Lesen Sie auch:Medizinische Untersuchungen und Fremdanamnese (Modellprotokoll)
Anmeldung bei Eurotransplant
Wenn alle Untersuchungen abgeschlossen sind und sich der Patient als Organspender eignet, meldet der ODC den Organspender bei Eurotransplant an. Eurotransplant weist Organe auf Basis der aktuellen Allokationsregeln den Empfängern zu.
Logistik regeln
Als Koordinator des Spendeablaufs organisiert der ODC die Logistik rund um das Verfahren.
- Zwischen dem Zeitpunkt der Anmeldung des Spenders und dem Beginn der Organentnahme müssen 4 bis 6 Stunden liegen. Bei einer Herzspende sind dies 8 Stunden.
- Diese Zeit ist erforderlich, um die Empfänger zu benachrichtigen und die Vorbereitungen für die Transplantation zu treffen. Wie viele Stunden genau benötigt werden, hängt von den Organen ab, die gespendet werden.
Der ODC regelt die Logistik:
- Ein Operationssaal steht zur Verfügung.
- Ein Entnahmeteam wird gerufen.
- Das Kreuzmaterial wird an das Labor geschickt.
- Der Transport der Organe.
Ausführliche Informationen
Mehr über die Anmeldung erfahren?
4. Feststellung des Todes
Wenn sich aus dem Spendengespräch ergibt, dass eine Spende möglich ist, kann das Verfahren beginnen. Dies kann ein DBD- oder DCD-Verfahren sein.
- DBD: Donation after Brain Death (Spende nach Hirntod)
Bei einem DBD-Verfahren wird der Tod auf der Grundlage neurologischer Kriterien (Hirntod) festgestellt. - DCD: Donation after Circulatory Death (Spende nach Herz-Kreislauf-Tod)
Bei einem DCD-Verfahren wird der Tod auf der Grundlage zirkulatorischer Kriterien festgestellt.
Feststellung des Todes beim DBD-Verfahren
Bei Verdacht auf Hirntod wird das DBD-Verfahren eingeleitet.
- Führen Sie das Hirntodprotokoll zur Feststellung des Hirntods durch.
- Hirntod festgestellt? Füllen Sie das Hirntodformular aus.
- Bringen Sie den Spender zu einem Zeitpunkt in den Operationssaal, der vorab mit allen beteiligten Fachkräften und den Angehörigen abgestimmt wurde. Dies geschieht einige Stunden nach der Feststellung des Hirntods.
- Nehmen Sie das Hirntodformular und das Spendeformular mit in den Operationssaal.
Ausführliche Informationen
Mehr über DBD erfahren?
Feststellung des Todes beim DCD-Verfahren
Das DCD-Verfahren beginnt, wenn beschlossen wurde, die lebenserhaltenden Maßnahmen eines Patienten zu beenden und der Hirntod nicht festgestellt werden kann. Nach dem Abbruch der Behandlung und der Beatmung folgt die agonale Phase und die Feststellung des Todes auf der Grundlage zirkulatorischer Kriterien. Das Verfahren umfasst 3 Phasen:
1. Abbruch der Behandlung
- Der Abbruch der Behandlung findet fast immer auf der Intensivstation (ITS) statt. Stimmen Sie den Zeitpunkt des „Switch-off“ mit den Angehörigen, der Intensivstation und dem Organspendekoordinator (ODC) ab. Der ODC organisiert das eigenständige Entnahmeteam (ZUT).
- Der „Switch-off“ kann auch im Operationssaal (OP) stattfinden, was den Vorteil hat, dass die warme Ischämiezeit kürzer ist. Diese Entscheidung treffen Sie immer in enger Absprache mit den Angehörigen. Diese müssen hierfür ihre Zustimmung geben.
2. Agonale Phase
Die agonale Phase ist der Zeitraum zwischen dem „Switch-off“ und dem Tod des Patienten.
- Der Spender erhält intravenös Heparin: 300 IE/kg Körpergewicht. Dies geschieht zum Zeitpunkt des „Switch-off“ oder unmittelbar danach. Hierfür muss noch ein Kreislauf vorhanden sein.
- Es erfolgt eine Beobachtung der Perfusion und der Oxygenierung der Organe.
- Der ODC registriert die Herzfrequenz, den Blutdruck, die Atmung und die Sauerstoffsättigung.
Für die Qualität der Organe darf die agonale Phase nicht länger als 1 bis 2 Stunden dauern.
3. Feststellung des Todes: 2 entscheidende Momente
Bei einem DCD-Verfahren zur Feststellung des Todes gibt es 2 entscheidende Momente.
- Feststellung des Kreislaufstillstands
Es darf kein Zweifel am Kreislaufstillstand bestehen:
- Verwenden Sie eine feste arterielle Leitung, die mit ausreichender Sensitivität und Spezifität alle Veränderungen der arteriellen Pulsationen und des Drucks messen kann.
- Führen Sie bei Bedarf zusätzlich nicht-invasive Untersuchungen durch, wie z. B. eine Blutdruckmessung, Herzauskultation, Elektrokardiographie oder Echokardiographie.
- No-Touch-Zeit von 5 Minuten
Nach der Feststellung des Kreislaufstillstands folgt eine No-Touch-Zeit von 5 Minuten.
- Während der No-Touch-Zeit dürfen keine Handlungen vorgenommen werden. Der Zeitraum endet in dem Moment, in dem mit ausreichender Sicherheit feststeht, dass der Kreislaufstillstand permanent ist.
- Erst nach der 5-minütigen No-Touch-Zeit kann der Tod endgültig festgestellt werden. Während der 5-minütigen No-Touch-Zeit darf der Spender nicht transportiert werden.
Weiteres Vorgehen:
- Bringen Sie den Spender umgehend in den Operationssaal.
- Füllen Sie das Spendeformular sowie den Todeszeitpunkt aus und senden Sie dies mit in den Operationssaal.
Ausführliche Informationen
Mehr über DCD erfahren?
5. Spenderbehandlung
Die Behandlung des Organspenders unterscheidet sich bei einem DCD- und einem DBD-Verfahren. Lesen Sie hier, was Sie bei beiden Verfahren tun müssen.
Spenderbehandlung DCD
Das DCD-Verfahren beginnt, wenn beschlossen wurde, eine medizinische Behandlung, die nicht länger sinnvoll ist, zu beenden, und wenn der Hirntod nicht festgestellt werden kann. Es dauert einige Stunden, bis die Behandlung tatsächlich beendet wird. In dieser Phase ist es wichtig, Komfort zu bieten und eine gute Organfunktion zu erhalten.
Wann Heparin bei DCD verabreichen?
Die Verabreichung von Heparin ist für eine gute Leber-, Lungen- und Pankreasqualität erforderlich. Gut zu wissen:
- Verabreichen Sie Heparin zum Zeitpunkt des Switch-off.
- Traumapatient mit deutlicher äußerer Verletzung? Dann wird von Heparin abgeraten.
- Organspende nach Euthanasie? Verabreichen Sie ebenfalls Heparin (sieheRichtlinie Organspende nach Euthanasie).
Richtlinien DCD-Herzspende
- Seien Sie zurückhaltend mit der Verabreichung von Inotropika, Vasopressoren und anderen kardiodepressiven Mitteln.
- Verwenden Sie falls notwendig vorzugsweise kurzwirksame Mittel. Versuchen Sie, diese so niedrig wie möglich zu dosieren.
- Für das Funktionieren der Herzperfusionsmaschine sollte der Hämatokrit des Spenders idealerweise > 0,3 l/l sein.
Spenderbehandlung bei DBD
Bis zur Entnahme der Organe wird alles getan, um die Funktion der Organe so gut wie möglich zu erhalten oder sogar zu verbessern. Dies nennen wir Spenderbehandlung. Sehen Sie sich hier unten die Empfehlungen in Kürze an.
Achtung
Nachfolgend finden Sie eine kurze Zusammenfassung der Empfehlungen pro Bereich. Alle Details und Erläuterungen finden Sie im Modellprotokoll.
1. Hämodynamische (In)stabilität: Monitoring
Nach aktuellem Konsens liegt eine adäquate Volumengabe bei einer niedrigen erforderlichen Dosierung vasoaktiver Substanzen vor, wenn:
- mittlerer arterieller Blutdruck (MAP) 60 – 90 mmHg
- Diurese > 0,5 – 3 ml/kg/Stunde
- Herzfrequenz 60 – 120 / Minute
2. Flüssigkeitstherapie
- Streben Sie eine Euvolämie beim Spender an.
- Wählen Sie vorzugsweise eine Flüssigkeitstherapie mit Bolusgabe anstelle einer kontinuierlichen Gabe, um das Risiko einer Hypervolämie zu vermeiden.
3. Hämodynamische Unterstützung
- Beginnen Sie mit Vasopressoren und/oder Inotropika gemäß dem lokalen Protokoll, wenn die hämodynamischen Ziele nicht durch Flüssigkeitsgabe erreicht werden können.
- Vermeiden Sie hohe Dosierungen von Beta-Agonisten bei potenziellen Herzspendern.
4. Behandlung von Arrhythmien
Tachykardie
- Schließen Sie behandelbare ursächliche Faktoren für die Tachykardie aus, bevor Sie eine medikamentöse Behandlung beginnen. Eine ursächliche Komponente kann beispielsweise eine Hypovolämie sein.
- Eine schlecht tolerierte Tachykardie sollte mit einem Betablocker behandelt werden. Esmolol wird aufgrund seiner kurzen Halbwertszeit bevorzugt.
- Wählen Sie vorzugsweise die intravenöse Verabreichung über eine Perfusorpumpe.
Bradykardie
- Geben Sie vorzugsweise Isoprenalin aufgrund der direkten chronotropen Wirkung auf den Herzmuskel.
- Geben Sie Isoprenalin in einer Dosierung von 1 mcg intravenös. Wiederholen Sie dies jede Minute, bis die Herzfrequenz steigt. Oder setzen Sie die Behandlung mit einer kontinuierlichen Infusion fort, die auf die Herzfrequenz titriert wird.
- Verabreichen Sie bei einem akuten Notfall Adrenalin.
- Erweist sich eine chronotrope Medikation als nicht ausreichend wirksam, ziehen Sie ein intravaskuläres Pacing in Betracht.
Vorhofflimmern
- Korrigieren Sie, wenn möglich, mögliche zugrunde liegende Ursachen für Vorhofflimmern.
- Ziehen Sie eine Magnesiumsupplementierung in Betracht.
- Versuchen Sie eine Kardioversion – chemisch oder elektrisch –, um den Herzrhythmus in einen Sinusrhythmus zu konvertieren. Eine Herzspende ist dann theoretisch noch möglich.
5. Hypertonie
- Beginnen Sie bei einem systolischen Blutdruck > 200 mmHg oder einem MAP > 130 mmHg mit einer antihypertensiven Behandlung.
- Verwenden Sie vorzugsweise einen Betablocker (Metoprolol, Esmolol oder Labetalol) oder Nitroprussid, Nitroglycerin oder Nicardipin.
- Geben Sie bei potenziellen Herzspendern vorzugsweise keine Betablocker, sondern lieber eine der Alternativen.
6. Beatmung
Empfehlungen zur Beatmung bei möglicher Lungenspende:
- Beatmen Sie die Lunge protektiv gemäß den geltenden lungenprotektiven Richtlinien.
- Führen Sie nach dem Apnoe-Test ein Recruitment-Manöver durch.
- Ziehen Sie Recruitment-Manöver in Betracht, um das PaO2-FiO2-Verhältnis zu verbessern.
- Verbessern Sie die Qualität der Lungen durch eine bronchiale Toilette oder durch eine Absaugung mittels Bronchoskopie.
- Verwenden Sie ein restriktives Flüssigkeitsmanagement.
- Vermeiden Sie Sputumstase und saugen Sie den Tubus regelmäßig ab.
- Legen Sie eine Magensonde mit Absaugung, um eine Aspiration zu verhindern.
- Stellen Sie das Kopfende des Bettes auf 30 Grad ein, um eine gute Positionierung des Spenders zu gewährleisten.
- Befolgen Sie die lokalen Richtlinien zur Prävention von beatmungsassoziierter Pneumonie.
7. Medikation
Empfehlung Kortikosteroide
- Verabreichen Sie nach Feststellung des Hirntods 15 mg/kg Methylprednisolon intravenös. Dies hat positive Auswirkungen auf die Organfunktion nach der Transplantation.
- Wiederholen Sie dies alle 24 Stunden.
Empfehlung Vasopressin-Analoga
- Verwenden Sie bei (Verdacht auf) Diabetes insipidus 1 – 4 µg Desmopressin i.v. Bei anhaltender Polyurie (> 3 ml/kg/Stunde) können erneut 1 – 2 µg Desmopressin i.v. verabreicht werden. Dies kann alle 6 Stunden wiederholt werden.
- Vasopressin und Terlipressin haben eine geringere Wirkung bei der Behandlung von Diabetes insipidus. Diese Mittel können jedoch eine Rolle bei der Behandlung hämodynamischer Instabilität spielen.
Empfehlung Schilddrüsenhormone
- Verabreichen Sie nicht standardmäßig Schilddrüsenhormone.
- Erwägen Sie die Verwendung von Schilddrüsenhormonen, wenn die hämodynamische Instabilität trotz Euvolämie und optimaler Dosierung vasoaktiver medikamentöser Unterstützung anhält. Schilddrüsenhormone sorgen für eine Erhöhung der Herzkontraktilität. Dies geschieht durch ihre chronotrope Wirkung und durch eine Senkung des systemischen Gefäßwiderstands.
Empfehlung kombinierte Hormontherapie
- Entscheiden Sie sich nicht standardmäßig für eine kombinierte Hormontherapie.
8. Glukoseregulierung und Elektrolyte
Empfehlungen zur Glukoseregulierung:
- Befolgen Sie die aktuelle Praxis: Streben Sie einen Serum-Glukosewert von 6 – 8 mmol/l an.
Empfehlungen bei Elektrolytstörungen:
- Streben Sie Normalwerte für Elektrolyte an.
- Befolgen Sie zur Behandlung von Elektrolytstörungen die Richtlinie für Elektrolytstörungen.
9. Transfusionsgrenzwerte
Empfehlungen für Transfusionsgrenzwerte:
- Aktuelle Praxis: Hb > 4,3 mmol/l.
- Bei klinischen Blutungen Thrombozyten und/oder Plasmafaktoren.
- Rücksprache mit dem aufnehmenden Arzt, bevor eine perioperative Korrektur von Gerinnungsfaktoren vorgenommen wird.
10. Temperaturregulierung und Ernährung
Empfehlungen zur Temperaturregulierung:
- Halten Sie die Temperatur des Spenders > 35 °C.
- Erwägen Sie passives Kühlen bei Fieber.
Empfehlungen zur Ernährung:
- Beginnen oder setzen Sie die enterale Ernährung gemäß dem lokalen Protokoll fort.
11. Prävention und Behandlung von bakteriellen Infektionen
Empfehlungen zur Prävention und Behandlung von Infektionen:
- Nehmen Sie bei allen Spendern Blut-, Sputum-, Urin- und gegebenenfalls Wundkulturen ab. Wiederholen Sie dies bei Fieber bei Bedarf nach 24 Stunden.
- Setzen Sie bereits begonnene Antibiotikabehandlungen fort.
- Behandeln Sie nachgewiesene Infektionen gemäß dem lokalen oder nationalen Protokoll.
- Verabreichen Sie SDD/SOD gemäß Protokoll.
6. Nachsorge nach der Spende
Eine gute Nachsorge für Hinterbliebene hilft bei der Trauerbewältigung. Klare Erklärungen und eine gute Informationsbereitstellung können hierbei viel bewirken. Auf unserer Website finden Sie ausführliche Informationen und Unterstützung für Hinterbliebene, die mit einer Organ- oder Gewebespende eines geliebten Menschen zu tun hatten.
Umfassendes Nachschlagewerk
Guide to the Quality and Safety of Organs for Transplantation
Europäische Richtlinie mit den neuesten Erkenntnissen und Standards für Organspende und -transplantation, basierend auf aktueller wissenschaftlicher Forschung.
- Herausgeber: European Directorate for the Quality of Medicines & Health Care (EDQM), Europarat. 9. Auflage – 2025
Fragen? Rufen Sie das Organcentrum an
Rufen Sie das Organcentrum an, um das Spenderregister einzusehen oder einen Gewebespender anzumelden. Auch bei Zweifeln oder wenn Sie Fragen haben.
24 Stunden am Tag