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Gewebekette: Spende und Transplantation
Entdecken Sie, wie die Gewebekette in den Niederlanden organisiert ist und welche Fachkräfte von der Spendererkennung bis zur Transplantation zusammenarbeiten.
Abstimmung von Prozessen: Rolle der NTS
In den Niederlanden sind Spende und Transplantation strikt getrennt, um die Unabhängigkeit und das Vertrauen in beide Verfahren zu gewährleisten und eine Rückverfolgbarkeit zwischen Spender und Empfänger zu verhindern. Der Prozess von der Spende bis zur Transplantation ist jedoch präzise aufeinander abgestimmt. Von der Erkennung eines Gewebespenders bis zur erfolgreichen Transplantation und Nachsorge: In jedem Schritt der Gewebekette ist die Arbeit von Organisationen und Fachkräften aufeinander abgestimmt.
Die NTS führt im Auftrag des Ministeriums für Gesundheit, Wohlfahrt und Sport (VWS) landesweit die Regie, um die Prozesse und die Zusammenarbeit in der Gewebekette optimal zu gestalten und die Kette zu überwachen. Darüber hinaus nimmt die NTS über das Organcentrum gesetzliche Aufgaben auf Grundlage des Organspendegesetzes wahr.
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Organisationen und Funktionsträger in der Kette
Nachfolgend sind in Grundzügen die Organisationen und Funktionsträger aufgeführt, die in den Prozessschritten von der Gewebespende bis zur Transplantation eine Rolle spielen.
Gewebespende
Von der Spendererkennung bis zur Annahme des Spenders
Die Gewebespende beginnt in dem Moment, in dem eine medizinische Fachkraft erkennt, dass ein Patient voraussichtlich versterben wird. Eine Gewebespende kann bis zu 24 Stunden nach dem Tod erfolgen, und ein potenzieller Spender kann sowohl aus dem Krankenhaus als auch aus der häuslichen Umgebung gemeldet werden.
Abfrage des Spenderregisters
Die NTS verfügt über ein Organcentrum, das für medizinisches Fachpersonal rund um die Uhr erreichbar ist, um den Status eines Patienten im Spenderregister zu prüfen. Wenn eine medizinische Fachkraft erkennt, dass ein Patient voraussichtlich versterben wird, ruft sie das Organcentrum der NTS an, um das Spenderregister abzufragen.
Der Spendenexperte des Organcentrums fragt das Spenderregister ab, um die Entscheidung des Patienten bezüglich Organ- und Gewebespende zu überprüfen. Hat der Patient der Spende zugestimmt, nimmt das Organcentrum eine erste Beurteilung vor, ob eine Spende möglich ist.
Video: Spendenexperte bei der Arbeit
Tim van der Wiel ist Spendenexperte beim Organcentrum der NTS. Er erzählt von seiner Arbeit: 'Einen Spender anzunehmen, ist das Ziel eines Arbeitstages.'
Spendengespräch
Die medizinische Fachkraft führt nun zunächst ein Gespräch mit der Familie über die Erwartung, dass der Patient versterben wird, und über dessen Entscheidung im Spenderregister, das sogenannte Spendengespräch. Bei Gewebespenden kann dieses Gespräch auch nach dem Tod stattfinden.
Anmeldung des Spenders
Nach dem Tod des Patienten meldet die medizinische Fachkraft den Verstorbenen bei der NTS als Spender an. Die medizinische Fachkraft sammelt vorab Daten über den Patienten, die von der Spendenfachkraft des Organzentrums abgefragt werden.
Ein Arzt für Spenderscreening des Organzentrums der NTS führt das medizinische Screening des Spenders durch und beurteilt, ob ein Verstorbener für eine Spende akzeptiert wird und ob das gespendete Gewebe für eine Transplantation freigegeben werden kann.
Untersuchung im Labor
Schon früh im Spendenprozess wird dem Spender Blut entnommen und an ein dafür vorgesehenes virologisches Labor geschickt. Für spezifisches Gewebe wird auch Blut für eine HLA-Bestimmung entnommen.
Was ist die Rolle eines Spendenkoordinators (SK)?
Der Spendenkoordinator (SK) arbeitet in einem Krankenhaus und hat eine unterstützende und administrative Rolle bei der Eingabe von Daten in die NTS-Anwendungen, wie zum Beispiel die Registrierung von Verstorbenen über das Spendenformular.
Der SK ist zudem Ansprechpartner im Krankenhaus für die Umsetzung der nationalen Spendenrichtlinien, zusammen mit dem Spendenintensivmediziner.
Des Weiteren analysiert der SK die Organ- und Gewebespendedaten des Krankenhauses. So beurteilt der SK im Nachhinein, ob die Spendererkennung gut verlaufen ist. Und der SK sorgt gemeinsam mit dem Organspendenkoordinator dafür, dass das Wissen über Organ- und Gewebespenden im Krankenhaus auf dem neuesten Stand ist.
Entnahme von Gewebe
Leichenhalle und Bestattungsinstitut
Mitarbeiter der Leichenhalle eines Krankenhauses oder Mitarbeiter in einem Bestattungsinstitut treffen bei Bedarf Vorbereitungen für die Gewebeentnahme.
Entnahmeteam WUON
Die Spendenfachkraft des Organzentrums erteilt der Gewebeentnahmeorganisation WUON den Auftrag zur Entnahme von Gewebe bei einem Spender. Die spezialisierten Teams von WUON stehen 24 Stunden am Tag zur Verfügung, um Gewebe zu entnehmen, sei es Knochen- und Sehnengewebe, Herzklappen, Haut oder Augengewebe.
Die Entnahme findet in Krankenhäusern und Leichenhallen in den gesamten Niederlanden statt. Das Team verwendet hierfür ausschließlich eigenes Material. Vor der Entnahme führt WUON noch eine letzte körperliche Untersuchung beim Spender durch. Das Team nimmt Blut ab, entnimmt das Gewebe, führt eine erste Aufbereitung durch und sorgt dafür, dass das Gewebe zu einer Gewebebank transportiert wird.
Video: Arbeiten bei WUON
Charlotte van Koesveld ist Mitarbeiterin bei WUON. Sie erzählt von ihrer koordinierenden Rolle, die beginnt, sobald im Organcentrum ein Spender angenommen wurde.
Prüfung, Aufbereitung und Lagerung
Gewebebanken ETB-BISLIFE und AER
In den Niederlanden sorgen zwei spezialisierte Gewebebanken für die Prüfung, Aufbereitung und Lagerung von Spendergewebe
- Multi-Gewebebank ETB-BISLIFE
- Augengewebebank: Amnitrans EyeBank Rotterdam (AER)
Nach der Entnahme des Gewebes führen Mitarbeiter einer Gewebebank eine Qualitätskontrolle des entnommenen Gewebes durch und bereiten es für die Transplantation vor.
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Freigabe und Zuweisung von Gewebe
Allokationsmitarbeiter NTS und Gewebebank, Arzt für Spenderscreening NTS
Der Arzt für Spenderscreening der NTS gibt an, ob das Gewebe für eine Transplantation geeignet ist.
Die NTS verwaltet die Warteliste von Patienten, die auf eine Hornhaut oder eine Herzklappe warten. Zudem führt die NTS die Zuweisung von Herzklappen und knappen Hornhäuten (HLA-typisierte Hornhäute) durch. Dies geschieht auf der Grundlage von Allokationsregeln, die in enger Zusammenarbeit mit nationalen Beratungsausschüssen erstellt wurden.
Handelt es sich um nicht-knappes Gewebe (Augengewebe ohne HLA-Typisierung, Haut-, Knochen- und Sehnengewebe), fordern Ärzte dieses direkt bei einer Gewebebank an und der Allokationsmitarbeiter der Gewebebank sorgt für die Zuteilung. Eine eventuelle Warteliste wird von der Bank selbst verwaltet.
Mehr über die Allokation von Spendergewebe
Video: Arbeiten bei einer Gewebebank
Im Video berichten Antoon van den Bogaerdt (ETB-BISLIFE) und Jacqueline van der Wees (AER) über die Arbeit in einer Gewebebank.
Transplantation und Nachsorge
(Transplantations-)Arzt
Wenn Spendegewebe für eine Transplantation freigegeben wurde, rückt der letzte Schritt in greifbare Nähe: die Transplantation. Dies ist der Schritt, für den wir das alles tun. Niederländisches Gewebe ist in erster Linie für niederländische Patienten bestimmt. Darüber hinaus findet ein Austausch mit dem Ausland statt. So kann bei einem Mangel in den Niederlanden Gewebe aus dem Ausland importiert werden. Bei einem Überschuss kann Gewebe ins Ausland geliefert werden.
In den Niederlanden werden Gewebetransplantationen in verschiedenen Behandlungszentren durchgeführt. Nach der Transplantation sorgen die Zentren für die Kontrollen der Patienten und erfassen die Ergebnisse. Durch die Bündelung von Wissen und Erfahrung sorgen die Zentren gemeinsam für die bestmögliche Versorgung. Dies erfolgt über die Gewebeberatungskommissionen.
In welchen Zentren in den Niederlanden finden welche Transplantationen statt?
- Hornhauttransplantation: in UMCs, peripheren Krankenhäusern und selbstständigen Behandlungszentren (ZBC), die hierfür zugelassen sind.
- Herzklappentransplantation: nur in UMCs.
- Hauttransplantation: in Zentren, die (Brand-)Wunden behandeln und Rekonstruktionen durchführen.
- Knochen- und Sehnengewebe: in allen Krankenhäusern, in denen Patienten Knochengewebe benötigen, zum Beispiel bei der Versorgung von Knochenbrüchen, bei Hüftoperationen und Kieferimplantationen.
Der (Transplantations-)Arzt, der Gewebe für einen Patienten benötigt (wie ein Hornhautchirurg), meldet einen Patienten an. Dies geschieht bei der NTS, wenn es sich um knappes Gewebe handelt, und bei der Gewebebank, wenn es sich um nicht knappes Gewebe handelt. Der Arzt erhält ein Angebot.
Das Behandlungszentrum erhält das Gewebe und der Arzt führt die Transplantation durch. Nach der Transplantation kommt der Patient zur Kontrolle zurück in das Transplantationszentrum.
Der Prozess ist damit noch nicht ganz abgeschlossen. Nach der Transplantation wird der Empfänger in einer Nachsorgephase genau überwacht.
Der behandelnde Arzt überwacht den transplantierten Patienten:
- Wie geht es dem Patienten langfristig?
- Wie funktioniert das Spendegewebe?
Über Hornhauttransplantationen liefert der medizinische Fachmann medizinische Daten an das Niederländische Organtransplantationsregister (NOTR). Mit den hierin landesweit gesammelten Nachsorgedaten wird auf aggregierter Ebene die Qualität der Transplantationsversorgung überwacht und Forschung betrieben.
Nationale Abstimmung
Die NTS arbeitet mit verschiedenen Parteien zusammen, um eine gute Abstimmung über die nationale Gewebespende- und Transplantationspolitik sowie die Steuerung der damit verbundenen Prozesse und Organisation zu gewährleisten.
Die Abstimmung über Politik und Forschung im Bereich der Spende- und Transplantationsversorgung erfolgt in der Hornhautkommission, die von einem Sekretär der NTS unterstützt wird, sowie in der Herzklappen-Beratungskommission. Darüber hinaus treffen Hornhautchirurgen innerhalb der Hornhaut-Arbeitsgruppe des Niederländischen Ophthalmologischen Verbandes unter anderem Vereinbarungen zur Hornhauttransplantationsversorgung. Die NTS arbeitet mit dem Vorstand dieser Arbeitsgruppe zusammen.