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Auf der Warteliste für ein Spenderorgan
Es gibt viele Patienten, die eine Organtransplantation benötigen, aber es gibt nicht genug Spenderorgane. Deshalb gibt es Wartelisten. Wie funktioniert das und was bedeutet es für Ihren Alltag?
Wer kann auf die Warteliste kommen?
Eine Transplantation ist für Patienten mit schwerwiegenden Problemen eines oder mehrerer dieser Organe möglich:
- Nieren
- Bauchspeicheldrüse
- Leber
- Herz
- Lungen
- Dünndarm
Werden Sie durch Medikamente oder eine Behandlung nicht mehr gesund? Dann können Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt entscheiden, dass Sie für eine Organtransplantation infrage kommen möchten.
Warteliste pro Organ
Untersuchung, ob du geeignet bist
Ein Spenderorgan kann dein Leben retten. Es ist wichtig, dass das Spenderorgan so gut wie möglich zu dir passt und dass du körperlich und geistig fit genug für die Operation und die Medikamente bist, die du nach der Transplantation erhältst. Deshalb wirst du dich zunächst umfassenden Untersuchungen im Krankenhaus unterziehen. Dies nennt man Screening.
Während der Untersuchungen lernst du das Transplantationsteam kennen. Dieses kann aus Ärzten, Ernährungsberatern, Pflegekräften, Physiotherapeuten und medizinischen Sozialarbeitern bestehen. Dieses Team beurteilt, ob du die Operation verkraften kannst.
Du kommst für die Warteliste infrage, wenn die Ergebnisse der Untersuchungen gut sind und du die Operation verkraften kannst. Es dürfen keine großen Risiken bestehen. Letztendlich entscheidest du selbst, ob du auf die Warteliste gesetzt werden möchtest.
Wie viele Menschen stehen auf der Warteliste?
Die Anzahl der Menschen auf der Warteliste unterscheidet sich stark je nach Organ. Die Warteliste für Nieren ist am längsten.
| Organ | Warteliste per 31.07.2025 (aktive Liste) |
|---|---|
| Nieren | 1.143 |
| Bauchspeicheldrüse | 34 |
| Leber | 73 |
| Herz | 121 |
| Lunge | 162 |
| Dünndarm | 1 |
| Gesamt | 1.534 |
Besonderer Status auf der Warteliste
Ein Arzt kann einem Patienten auf der Warteliste einen besonderen Status oder eine Dringlichkeit zuweisen:
- Hochdringlich
Dieser Status kommt selten vor. Sie erhalten dann Vorrang auf der Warteliste, wenn ein geeignetes Organ verfügbar wird. Ein Arzt kann diesen Status bei Eurotransplant beantragen. Eurotransplant verwaltet im Auftrag der NTS die Wartelisten für Organtransplantationen. - (Hoch) immunisiert
Dieser Status kommt bei Nieren vor und hängt damit zusammen, wie viele Antikörper Ihr Körper bildet und somit mit der Wahrscheinlichkeit, dass der Körper eine Niere abstößt. Wenn Sie (hoch) immunisiert sind, erhalten Sie Vorrang auf der Warteliste, wenn eine Spender-Niere mit einem für Sie geeigneten Gewebetyp verfügbar wird.
Sie können auch aktiv oder nicht aktiv auf der Warteliste stehen:
- Aktiv auf der Warteliste (transplantabel)
Sie stehen aktiv auf der Warteliste und kommen derzeit für eine Transplantation infrage. - Nicht aktiv auf der Warteliste (nicht transplantabel)
Sie stehen vorübergehend nicht aktiv auf der Liste. Dies kann beispielsweise durch eine Infektion bedingt sein. Dann können Sie (vorübergehend) nicht operiert werden.- Der Arzt nimmt Sie dann vorübergehend von der Warteliste.
- Ihr Arzt setzt Sie wieder aktiv auf die Warteliste, sobald Sie wieder genesen sind.
- Deine vorherige Wartezeit wird dann einfach wieder mitgerechnet.
Wie lange muss ich warten?
Wir können nicht genau sagen, wie lange du auf ein neues Organ warten musst. Die Wartezeit ist für jeden anders. Die Zuteilung eines Spenderorgans erfolgt auf der Grundlage eines Systems, das Punkte für bestimmte Merkmale des Spenders und des Empfängers vergibt. Dabei zählt zum Beispiel mit, wie lange jemand bereits wartet (Wartezeit). Und auch, wie gut ein Spenderorgan zum Empfänger passt. Die Person, die am längsten wartet, ist nicht immer als Nächste an der Reihe.
Die Punktevergabe für die Wartezeit ist je nach Organ unterschiedlich:
- Bei den Wartelisten für Herz, Lunge, Leber, Dünndarm oder Bauchspeicheldrüse beginnt die Punktevergabe für die Wartezeit, sobald Eurotransplant alle deine Daten eingegeben hat und dein Arzt dir einen aktiven Status gegeben hat.
- Bei der Warteliste für eine Niere beginnt die Punktevergabe für die Wartezeit ab dem ersten Tag, an dem du mit der Dialyse begonnen hast. Manchmal kannst du schon vor Beginn der Dialyse eine Niere erhalten. Dann musst du jedoch zusätzliche Punkte für andere Merkmale haben.
Auch deine medizinische Situation ist wichtig:
- Herzpatienten, die auf der Intensivstation liegen, können den Status „international hochdringlich“ erhalten. Das bedeutet, dass sie weit oben auf der internationalen Warteliste stehen.
- Wenn du auf eine neue Leber oder Lunge wartest, ist die medizinische Dringlichkeit am ausschlaggebendsten und die Wartezeit hat weniger Einfluss.
- Auch das Alter kann eine wichtige Rolle spielen: Kinder erhalten manchmal Vorrang.
Wann kommst du (vorübergehend) von der Warteliste?
Es gibt verschiedene Gründe, warum du von der Warteliste genommen wirst:
- Du hast ein Spenderorgan erhalten.
- Du bist verstorben.
- Deine medizinische Situation hat sich verbessert, sodass eine Transplantation (vorerst) nicht mehr notwendig ist.
Wenn du auf der Warteliste für eine Organtransplantation stehst, kann es auch vorkommen, dass du vorübergehend nicht für eine Transplantation infrage kommst. Das kann zum Beispiel liegen an:
- Einer Infektion oder einer anderen medizinischen Komplikation.
- Einer vorübergehenden Verschlechterung deines Gesundheitszustands.
- Persönlichen Umständen, aufgrund derer du (vorübergehend) keine Transplantation möchtest.
In einem solchen Fall können dein behandelnder Arzt und das Transplantationsteam entscheiden, dich vorübergehend alsNicht transplantabel (NT) zu registrieren.
Das bedeutet:
- Du stehst vorübergehend inaktiv auf der Warteliste
- Du erhältst keinen Aufruf für eine Transplantation
- Du behältst jedoch die Wartezeit, die du zuvor aufgebaut hast
- Der Zeitraum, in dem du als NT registriert bist, zählt nicht als Wartezeit
Sobald dein Arzt angibt, dass du wieder für eine Transplantation geeignet bist, wirst du wieder aktiv auf die Warteliste gesetzt.
Wer erstellt die Regeln?
Ein Team von medizinischen Spezialisten aus allen 8 Eurotransplant-Ländern erstellt Regeln für die Zuteilung von Spenderorganen. Ärzte aus niederländischen Transplantationszentren legen die Regeln für die Zuteilung der Organe in den Niederlanden fest. Auf Basis dieser Regeln führt das Computerprogramm die Berechnungen durch, um Organe an Patienten zuzuteilen.
Allgemeine Regeln für die Zuteilung
Die Regeln für die Zuteilung unterscheiden sich je nach Organ. Im Allgemeinen gilt:
- Die Blutgruppen von Spender und Empfänger müssen zusammenpassen.
- Die Gewebemerkmale von Spender und Empfänger müssen so gut wie möglich übereinstimmen. Dies ist besonders wichtig bei einer Nierentransplantation.
- Spender und Empfänger müssen ungefähr die gleiche Körpergröße und das gleiche Gewicht haben. Dies ist besonders wichtig bei einer Herz-, Lungen- und Lebertransplantation.
- Der Empfänger, der am dringendsten ein Spenderorgan benötigt, erhält Vorrang (Dringlichkeit).
- Die Entfernung zwischen dem Krankenhaus des Spenders und dem des Empfängers spielt ebenfalls eine Rolle. Organe sind außerhalb des Körpers nämlich nur begrenzt haltbar.
Welche Daten werden registriert?
Das Transplantationsteam gibt deine Daten in das zentrale Computersystem von Eurotransplant ein:
- Persönliche Daten: Name, Anschrift, Geburtsdatum, Geschlecht, Versicherungsdaten.
- Das Organ oder die Organe, für die Sie auf die Warteliste gesetzt werden.
- Transplantationskrankenhaus.
- Medizinische Daten: Körpergröße und Gewicht, Grund für die Notwendigkeit eines Organs (Diagnose), Blutgruppe und Gewebetypisierung.
Die Gewebetypisierung ist besonders wichtig, wenn Sie eine neue Niere benötigen. Dies ist ein Code für bestimmte Merkmale der Körperzellen. Damit kann das Computersystem nach einer Spender-Niere mit entsprechenden Merkmalen suchen. Wenn die Gewebetypisierungen so gut wie möglich übereinstimmen, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass Ihr Körper die neue Niere abstößt.
Schutz personenbezogener Daten
Die Registrierung Ihrer Daten für die Warteliste und die sogenannte „Nachsorge“ einer eventuellen Transplantation entsprechen den Gesetzen zum Schutz personenbezogener Daten und zum Patientenrecht.
Registrierung bei Eurotransplant: Sie stehen auf der Warteliste
Sobald Ihre Daten in die Computerdatei eingegeben wurden, stehen Sie auf der Warteliste. Sie erhalten eine Registrierungsnummer und ein Spenderprofil. Darin steht, was für Sie ein geeigneter Spender ist, wie zum Beispiel:
- Welches Alter sollte diese Person beispielsweise ungefähr haben?
- Sind Körpergröße und Gewicht wichtig?
Eurotransplant verwaltet die Warteliste und weist die Organe im Auftrag der Niederländischen Transplantationsstiftung (NTS) zu.
Kann ich den Status von mir selbst oder meinem Kind abfragen?
Ihr eigener Arzt kann Ihnen erklären, wie Sie auf der Warteliste stehen. Ihr Status ändert sich manchmal, und auch dann erklärt Ihnen Ihr Arzt warum. Für Herz, Niere, Lunge und Leber können Sie Ihren eigenen Status abfragen.
- Füllen Sie das Formular Status Warteliste Spenderorgan aus.
- Scannen Sie das unterzeichnete Formular
- Senden Sie es per E-Mail an statuswachtlijst@transplantatiestichting.nl
Oder senden Sie das unterzeichnete Formular an:
- Nederlandse Transplantatie Stichting
- z. Hd. Abteilung Allokation
- Postbus 2304
- 2301 CH Leiden
Sie erhalten dann von uns einen Brief mit Ihrem Status, wie er zu diesem Zeitpunkt bei uns registriert ist.
Status für Ihr Kind abfragen
- Fügen Sie bei der Beantragung des Wartelistestatus eine Kopie eines gültigen Ausweisdokuments (Reisepass, Personalausweis oder Führerschein) von Ihnen und Ihrem Kind bei.
- Ihr Ausweisdokument wird benötigt, um Ihre Identität zu überprüfen. Wir vergleichen Ihren Namen, Ihr Geburtsdatum und Ihre Bürgerservicenummer (BSN) mit den Daten, die uns bereits vorliegen.
Datenschutzerklärung
Möchten Sie mehr über die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten bei der Abfrage Ihres Wartelistestatus erfahren?
Was macht die NTS mit meinen Daten, wenn ich den Status abfrage?
Wenn Sie Ihren Status auf der Warteliste abfragen, verarbeitet die Nederlandse Transplantatie Stichting (NTS) Ihre personenbezogenen Daten. Die NTS ist hierfür verantwortlich. Wir finden es wichtig, dass Sie wissen, was wir mit Ihren Daten tun und welche Rechte Sie haben.
Für welche Zwecke verwenden wir Ihre Daten?
- Um Ihre Identität zu überprüfen.
- Um Ihnen die angeforderten Daten zuzusenden.
- Um eventuelle Vorfälle zu bearbeiten.
Welche Daten verwenden wir?
- Eine Kopie Ihres Ausweises, um Ihre Identität zu überprüfen.
- Wir vergleichen Ihren Namen, Ihr Geburtsdatum und Ihre Bürgerservicenummer (BSN) mit unseren Unterlagen.
- Machen Sie andere Daten auf der Kopie unkenntlich (zum Beispiel mit der Kopie-ID-App der niederländischen Regierung).
- Wenn Sie dies nicht tun, können wir Ihren Antrag nicht bearbeiten.
- Daten, die wir von Ihrem Antrag speichern:
- Eingangsdatum.
- Für welches Organ Sie den Antrag stellen.
- Welchen Ausweis wir überprüft haben.
- Welche Daten wir an Sie weitergegeben haben.
Wie lange bewahren wir Ihre Daten auf?
- Die Kopie Ihres Ausweises wird nach der Überprüfung sofort gelöscht.
- Ihr Antrag wird nach der Bearbeitung sofort gelöscht.
- Daten über die Tatsache, dass Sie einen Antrag gestellt haben, bewahren wir 7 Jahre nach Einreichung des Antrags auf.
Auf der Warteliste: Auswirkungen auf Ihren Alltag
Sie stehen auf der Warteliste, und dann? Es ist eine unsichere Zeit, die lange dauern kann. Was bedeutet das für Ihren Alltag? Auch wenn die Möglichkeit besteht, dass Sie längere Zeit warten müssen, ist es wichtig, gut auf den Anruf für die Transplantation vorbereitet zu sein.
Gut vorbereitet auf einen Anruf
- Stellen Sie sicher, dass Sie 24 Stunden am Tag erreichbar sind, damit Sie schnell ins Krankenhaus fahren können, wenn ein Organ verfügbar ist.
- Besprechen Sie Ihre Urlaubspläne immer mit Ihrem Arzt. Auch innerhalb der Niederlande, wie zum Beispiel auf den Watteninseln.
- Packen Sie eine Tasche mit Dingen, die Sie in den ersten Tagen im Krankenhaus benötigen.
- Denken Sie bereits über den Transport zum Transplantationskrankenhaus nach; manchmal organisiert das Krankenhaus einen Krankenwagen.
- Organisieren Sie eine Betreuung für Ihre Kinder und sprechen Sie mit ihnen über die Transplantation.
- Besprechen Sie mit Ihren Angehörigen, wie sie während und nach der Operation helfen können, zum Beispiel durch eine Unterkunft in der Nähe oder Pflegeurlaub.
Wie bleiben Sie so fit wie möglich?
Es ist wichtig, dass Sie so fit wie möglich für die Transplantation sind. Einige Tipps für eine gesunde Lebensweise:
- Nicht rauchen.
- Keinen Alkohol trinken.
- Gesund essen.
- Wenn es Ihnen möglich ist: ausreichend bewegen.
Fragen Sie gegebenenfalls einen Ernährungsberater oder Physiotherapeuten um Rat.
Kontrolle im Krankenhaus
Sobald Sie auf der Warteliste stehen, müssen Sie regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen kommen. Dafür gehen Sie in Ihr eigenes Krankenhaus oder in das Transplantationskrankenhaus. Wie oft Sie zur Kontrolle müssen, hängt von der Schwere Ihrer Erkrankung und eventuellen anderen Leiden ab.
Ihr spezialisierter Pflegefachmann nimmt regelmäßig Kontakt mit Ihnen auf, um sich nach Ihrem Befinden zu erkundigen. Fühlen Sie sich während der Wartezeit krank oder merken Sie, dass sich Ihr Zustand verschlechtert? Rufen Sie dann Ihren Arzt oder Ihren Ansprechpartner im Transplantationsteam an. Sie können auch Ihren Hausarzt kontaktieren.
Umgang mit Emotionen
Die Wartezeit auf ein geeignetes Organ ist eine spannende und unsichere Zeit. Sie realisieren, dass Sie nun eine Chance auf eine Transplantation haben. Gleichzeitig ist es eine intensive Zeit, vor allem, weil Sie nicht wissen, was auf Sie zukommt.
- Wie lange muss ich warten?
- Kommt das Organ rechtzeitig?
- Wie geht es nach der Transplantation weiter?
Leiden Sie unter Angstzuständen oder depressiven Gedanken? Sprechen Sie darüber, denn möglicherweise kann man etwas dagegen tun. Was helfen kann:
- Medikamente.
- Kontakt zu Leidensgenossen.
- Gespräche mit dem Sozialarbeiter des Transplantationskrankenhauses.
Fragen Sie Ihren Ansprechpartner im Transplantationsteam nach den Möglichkeiten. Haben Sie Angst, dass Sie nicht für eine Transplantation infrage kommen, wenn Sie ängstlich oder depressiv sind? Das ist nicht der Fall, sprechen Sie also unbedingt darüber.
Es gibt ein geeignetes Organ, was dann?
Die Zuteilung eines Organs erfolgt über Eurotransplant. Nach der Meldung eines Spenderorgans vergleichen sie die Daten des Spenders mit den Menschen auf der Warteliste.
- Ein spezielles Computersystem bestimmt die beste ‚Match‘. Der Computer erstellt eine Liste mit Patienten, zu denen das Spenderorgan gut passt. Bei der Reihenfolge spielen auch die Wartezeit und eine faire Verteilung zwischen den kooperierenden Ländern eine Rolle.
- Eurotransplant ruft das Krankenhaus des Patienten an, der ganz oben auf der Liste steht.
- Der behandelnde Arzt entscheidet, denn er weiß, ob Sie fit genug sind und ob dieses Organ für Sie geeignet ist. Ist das nicht der Fall? Dann ruft Eurotransplant das Krankenhaus des nächsten Patienten auf der Liste an.
Internationaler Austausch von Organen
Organe werden manchmal zwischen Ländern ausgetauscht. Das läuft fair ab: Erhält Belgien ein Organ aus den Niederlanden, dann hat die Niederlande ‚ein Organ zugute‘. Das System hält dieses Gleichgewicht fest. Wie das genau funktioniert, unterscheidet sich je nach Organ.
Anruf des Arztes
Wenn es ein geeignetes Organ für Sie gibt und Ihr Arzt der Meinung ist, dass es stattfinden kann, werden Sie angerufen. Sie müssen dann so schnell wie möglich in das Transplantationskrankenhaus kommen. Es kann auch sein, dass Sie von einem Krankenwagen abgeholt werden. Ab dem Moment des Anrufs dürfen Sie nichts mehr essen und trinken: Vor der Operation müssen Sie nüchtern sein.
Was auch sein kann: Sie werden als Reserve aufgerufen
Manchmal werden zwei Patienten zur Transplantation aufgerufen:
- der Patient, der an der Reihe ist, und
- der Patient, der als Zweiter auf der Liste steht.
Ihr Arzt sagt Ihnen immer, wenn Sie die Reserve sind. Eine Reserve wird manchmal aufgerufen, weil nach der Überprüfung des Spenderorgans deutlich wird, dass das Organ nicht zum ersten Patienten passt. Oder dass der Patient doch nicht operiert werden kann. Dann ist die Reserve sofort verfügbar. Dies verhindert Zeitverlust.
Es kann enttäuschend sein, wenn man umsonst kommt. Aber viele Menschen finden es im Nachhinein auch gut, dass sie nun wissen, was sie bei einem nächsten Anruf erwartet.
Untersuchungen vor der Operation
Im Krankenhaus finden zunächst einige Untersuchungen statt. Das Transplantationsteam entscheidet endgültig, ob Sie fit genug für die Operation sind.
Kreuzprobe: Untersuchung auf Abstoßung
Das Krankenhaus untersucht auch das Risiko einer Abstoßung des Spenderorgans. Dies geschieht mittels Kreuzprobe. Das Krankenhaus prüft, ob das Blut des Spenders zu deinem Blut passt und ob du Abwehrstoffe gegen das Spenderorgan bildest. Die Kreuzprobe nimmt einige Stunden in Anspruch.
Das Team führt die Kreuzprobe bei Nierenpatienten meist vor der Operation durch. Bei anderen Organen kann das Transplantationsteam entscheiden, bereits zu operieren, bevor das Ergebnis der Kreuzprobe vorliegt. Dies tun sie zum Beispiel, wenn das Organ schnell transplantiert werden muss und der Patient eine ‚einfache‘ Gewebetypisierung hat.
Operation des Spenders
Die Operation des Spenders findet meist erst statt, wenn du bereits im Krankenhaus bist. Deine Angehörigen dürfen während des Wartens bei dir bleiben.
Ist das Spenderorgan in gutem Zustand? Dann muss es so schnell wie möglich in das Transplantationskrankenhaus gebracht werden, in dem du liegst. Dies kann mit einem speziellen Krankenwagen für Organe oder manchmal per Hubschrauber oder Flugzeug geschehen.
Wann findet die Transplantation statt/nicht statt?
Die Zuweisung eines Organs an einen Patienten auf der Warteliste erfolgt, bevor das Organ entnommen wurde. Nach der Operation des Spenders stellt sich manchmal heraus, dass das Organ nicht für eine Transplantation geeignet ist. Dann findet die Transplantation nicht statt.
Die Operation findet statt, wenn:
- Das Ergebnis der Kreuzprobe gut ist
- Die Qualität des Organs gut ist.
Wie die Transplantation verläuft, unterscheidet sich je nach Organ und Krankenhaus. Erfrage die Informationen bei deinem eigenen Transplantationskrankenhaus.
Nach der Transplantation
Der Verlauf einer Transplantation unterscheidet sich je nach Organ und Krankenhaus. Dein Arzt erklärt dir genau, was in deiner Situation gilt. Nach der Operation beginnt die Erholungsphase. Diese ist intensiv: Zuerst bleibst du einige Wochen im Krankenhaus und danach arbeitest du Schritt für Schritt weiter an deiner Genesung, oft mit einem Rehabilitationsprogramm.
An das Leben mit einem Spenderorgan gewöhnen
Mit einem neuen Organ beginnt eine Zeit der Gewöhnung. Auch die Medikamente, die du dauerhaft einnehmen musst, gehören dazu. Du erholst dich Schritt für Schritt, in deinem eigenen Tempo. Regelmäßige Kontrollen im Transplantationskrankenhaus sorgen dafür, dass Ärzte und Pflegepersonal gut verfolgen können, wie es dir geht.
Abstoßung verhindern
Nach einer Transplantation erhältst du Medikamente, die eine Abstoßung des neuen Organs verhindern sollen. Diese Medikamente nennen wir Anti-Abstoßungsmedikamente oder Immunsuppressiva. Du wirst diese Medikamente dein ganzes Leben lang einnehmen müssen.
Du erhältst eine Erklärung zu den Anzeichen einer Abstoßung. Wenn du etwas bemerkst, nimmst du Kontakt mit deinem Transplantationsteam auf. Abstoßungserscheinungen bedeuten nicht automatisch, dass du das Organ verlierst. Oft können die Medikamente angepasst werden, sodass die Abstoßung gestoppt wird.
In den ersten 3 Monaten nach der Operation ist das Risiko einer Abstoßung am größten. Es ist dann eine spannende Zeit, für dich und für die Menschen um dich herum. Auch danach fällt es manchen Menschen schwer, ihrem neuen Organ zu vertrauen. Mit anderen zu sprechen – zum Beispiel mit deinem Lungenfacharzt, einem Psychologen oder Leidensgenossen – kann helfen.
Mentale Auswirkungen
Auch mental hat die Transplantation Auswirkungen. Viele Menschen fühlen sich dankbar, aber es ist auch eine Umstellung, wieder auf seinen Körper zu vertrauen. Du stehst nicht allein da. Dein Transplantationsteam, deine Angehörigen und manchmal auch Leidensgenossen können dir helfen, deinen Weg zu finden.
Eine Transplantation – und alles, was ihr vorausgeht – ist schwer, sowohl körperlich als auch emotional. Viele Patienten sagen, dass sich ihr Leben dauerhaft verändert hat. Manche genießen das Leben und einander sogar mehr.
Aber wenn man vorher lange krank war und danach plötzlich viel mehr kann, ist das auch eine Umstellung. Auch für Partner und Familienmitglieder ändert sich viel. Gemeinsam muss man ein neues Gleichgewicht finden. Es kann gut sein, schon vor der Operation darüber zu sprechen, miteinander und mit dem Arzt. Auch der Kontakt zu anderen Menschen, die eine Transplantation hatten, kann Unterstützung bieten.
Einen Dankesbrief schreiben
Viele Menschen, die ein Organ erhalten haben, empfinden Dankbarkeit. Es ist möglich, über die Nederlandse Transplantatie Stichting (NTS) oder den Organspendekoordinator einen Dankesbrief an die Familie des Spenders zu schreiben.
Das ist jederzeit möglich – erst wenn Sie dazu bereit sind. Der Brief muss anonym sein: ohne Namen oder erkennbare Daten. Die NTS oder der Koordinator sorgt dafür, dass Ihr Brief an die richtige Stelle gelangt. Viele Familien schätzen diese Geste sehr.