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Mann und Frau schauen im Garten vor sich hin.

Crossover-Nierenspende

Hier finden Sie Erklärungen zur Crossover-Nierenspende und -transplantation. Diese Informationen richten sich an Spender und Empfänger.

Was ist eine Crossover-Nierenspende?

Bei einer Nierenspende über das Crossover-Programm helfen Spender Patienten durch einen Austausch der Spenderniere.

Angenommen, Sie möchten einem Bekannten eine Niere spenden, aber Ihre Niere passt nicht gut zu dieser Person. Dann können Sie ihr trotzdem helfen. Ihre Niere geht an einen anderen Nierenpatienten, und im Gegenzug erhält Ihr Bekannter eine Niere von einem anderen Spender. So wird zwei Nierenpatienten geholfen.

Die Crossover-Nierentransplantation erfolgt anonym und am selben Tag.
So werden Fairness gewährleistet und die Privatsphäre geschützt.

Illustration Crossover-Spende

Gut zu wissen

  • Die Crossover-Nierentransplantation erfolgt anonym und am selben Tag. So werden Fairness gewährleistet, die Sicherheit erhöht und die Privatsphäre geschützt.
  • Auch altruistische Spender können teilnehmen. Dies sind Menschen, die ohne einen bekannten Empfänger eine Niere spenden möchten, um jemand anderem zu helfen. Eine solche Spende kann mehreren Menschen über eine sogenannte Dominokette helfen, die mit einer Niere für jemanden auf der Transplantationswarteliste endet.
  • Das Crossover-Computerprogramm sucht viermal im Jahr nach geeigneten Kombinationen zwischen Paaren untereinander oder zwischen Paaren und Altruisten. So entsteht ein landesweites Netzwerk von Spendern und Empfängern, die sich gegenseitig helfen.
  • Crossover ist auch für Paare möglich, die zwar direkt zusammenpassen, die sich aber eine bessere Übereinstimmung wünschen oder gerne mehr Nierenpatienten zu einer Niere verhelfen möchten. Je mehr Paare teilnehmen, desto größer ist die Chance auf erfolgreiche Transplantationen.
  • Auch Kinder können mit ihrem Spender teilnehmen. Für sie gelten jedoch spezifische Regeln, die der Arzt mit Ihnen bespricht.

Für wen ist Crossover gedacht?

1. Für Empfänger

  • Eine Nierentransplantation über das Crossover-Programm kann eine Option sein, wenn:
    Sie jemanden kennen, der spenden möchte, dessen Niere aber nicht gut zu Ihnen passt.
  • Ihr Spender zwar passt, Sie aber gemeinsam nach einer besseren Übereinstimmung suchen (zum Beispiel bei Gewebemerkmalen).
  • Ihr Spender zwar zu Ihnen passt, Sie aber gemeinsam mehr Spender-Empfänger-Paaren helfen möchten, die selbst nicht direkt zusammenpassen.

Warum es sinnvoll ist:

Die Chance auf eine langfristig erfolgreiche Transplantation steigt, wenn es eine bessere Übereinstimmung gibt. Auch wenn Sie schon lange auf der Warteliste stehen oder schwer zu vermitteln sind (zum Beispiel aufgrund von Antikörpern), kann das Crossover-Programm mehr Möglichkeiten bieten als eine direkte Spende oder das Warten auf eine Niere eines verstorbenen Spenders.

2. Für Nierenspender

Sie können an einer Nierenspende über das Crossover-Programm teilnehmen, wenn:

  • Ihre Niere nicht zu dem Empfänger passt, dem Sie spenden möchten.
  • Ihre Niere zwar zu Ihrem Empfänger passt, Sie aber über Crossover mehreren Menschen helfen möchten.
  • Ihre Niere zwar direkt passt, Sie aber eine bessere Übereinstimmung für Ihren Bekannten realisieren möchten.
  • Sie niemanden kennen, der eine Niere benötigt, aber als altruistischer Spender anonym einem Nierenpatienten helfen möchten. Und so vielleicht sogar mehrere Spenden ermöglichen.

Warum es sinnvoll ist

Über Crossover helfen Sie nicht nur Ihrem eigenen Empfänger, sondern auch anderen. Sie sind Teil einer Kette, in der mehreren Menschen geholfen wird. Manche Spender geben an, dass dies gerade für zusätzliche Zufriedenheit sorgt.

Was sind Gründe dafür, dass es keine Übereinstimmung gibt?

Zwei Gründe für „keine Übereinstimmung“ zwischen Spender und Empfänger:

  • ABO-Inkompatibilität: Blutgruppen passen nicht zusammen.
  • HLA-Inkompatibilität: Es gibt Antikörper gegen Gewebemerkmale des Spenders (getestet mittels Kreuzprobe).

Lesen Sie auch: Lebendnierenspende

 

Wie funktioniert das Crossover-Programm?

Das Crossover-Programm ist eine landesweite Zusammenarbeit zwischen allen Transplantationskrankenhäusern, Laboren und der Niederländischen Transplantationsstiftung (NTS). Viermal im Jahr sucht das Crossover-Computerprogramm nach den bestmöglichen Kombinationen zwischen Spendern und Empfängern.

Manchmal findet das Computerprogramm sofort eine Übereinstimmung, manchmal dauert es einige Runden, manchmal gelingt es auch im Crossover-Programm nicht, eine passende Übereinstimmung zu finden.

Der Prozess Schritt für Schritt

  1. Medizinische Untersuchung: Sowohl Spender als auch Empfänger werden im Transplantationskrankenhaus umfassend untersucht. Auch Altruisten durchlaufen ein umfassendes Screening. Während der Vorbereitung wird das Crossover-Programm besprochen.
  2. Anmeldung: Wenn Sie endgültig für eine Transplantation oder Spende zugelassen sind, meldet das Transplantationskrankenhaus Sie bei der NTS an.
  3. Match-Runde: Viermal im Jahr sucht ein Computerprogramm nach den bestmöglichen Kombinationen.
  4. Kreuzproben: Das Zentrallabor testet, ob die neue Kombination medizinisch sicher ist.
  5. Datenaustausch: Medizinische Daten des Spenders gehen an das Krankenhaus des neuen Empfängers.
  6. Endbeurteilung: Spender werden auch im Krankenhaus des neuen Empfängers vom Spendenteam beurteilt, manchmal mit zusätzlichen Untersuchungen.
  7. Operationsplanung: Wenn alle zugelassen sind, werden die Operationen am selben Tag geplant. Dies geschieht vorzugsweise innerhalb von drei Monaten nach der Zulassung.

Wichtig zu wissen

  • Wenn es keine Übereinstimmung gibt, können Sie in einer nächsten Runde erneut teilnehmen.
  • Die Spenderoperation findet möglicherweise in einem anderen Krankenhaus statt als dem Ihres Bekannten.
  • Manchmal fällt ein Paar nach einer Übereinstimmung doch noch aus, zum Beispiel durch Krankheit oder eine Abweichung in der Kreuzprobe.
  • Die Zulassung für einen Spender bleibt ein Jahr lang gültig.

Video: Wie funktioniert das Crossover-Programm?

Der Film ist auch verfügbar auf Englisch, Spanisch, Türkisch und Arabisch.

Antikörper und die Kreuzprobe: Was wird getestet?

Das Blut eines Nierenpatienten kann Antikörper gegen mögliche Spender enthalten. Im Labor wird untersucht:

  • ob die Blutgruppen zusammenpassen.
  • ob Antikörper gegen Gewebemerkmale vorhanden sind: Je mehr Antikörper, desto schwieriger ist es, einen passenden Spender zu finden.
  • Kreuzprobe: Die Gewebemerkmale des Spenders und die eventuellen Antikörper des Empfängers werden miteinander verglichen. Bei Bedarf folgt ein Test, bei dem das Blut von Spender und Empfänger gemischt wird. Keine Reaktion = sicher (negativ); Reaktion = zu riskant (positiv).

Antikörper können durch frühere Transplantationen, Schwangerschaften oder Bluttransfusionen entstehen.

Was bedeutet die Teilnahme für Spender?

Wenn Sie als Spender am Crossover-Programm teilnehmen, gibt es einige Unterschiede im Vergleich zu einer direkten Spende.

Was Sie erwarten können

  • Spende in einem anderen Krankenhaus: Sie werden in dem Krankenhaus operiert, in dem der Patient liegt, der Ihre Niere erhält.
  • Zusätzliche Untersuchungen möglich: Das empfangende Krankenhaus kann ergänzende medizinische Untersuchungen anfordern, auch wenn Sie in Ihrem eigenen Krankenhaus bereits zugelassen wurden.
  • Andere Operationstechnik: Die Arbeitsweise des Chirurgen kann sich zwischen Krankenhäusern leicht unterscheiden. Dies wird vorab mit Ihnen besprochen.
  • Warten auf ein Match: Das Programm sucht viermal im Jahr nach passenden Kombinationen. Manchmal dauert es eine Weile, bis eine geeignete Kombination gefunden ist.
  • Risiko eines Ausfalls: Manchmal fällt eine Kombination zwischen Spendern und Empfängern aus medizinischen Gründen oder aufgrund einer Krankheit eines Teilnehmers weg. Sie entscheiden dann, ob Sie in einer nächsten Runde wieder teilnehmen möchten.
Wichtig: Wie sorgen wir für Anonymität?

Das gesamte Verfahren ist anonym. Sie wissen nicht, wer Ihre Niere erhält, und Sie treten auch nicht mit anderen Spendern oder Patienten in Kontakt.

Alle Schritte zielen darauf ab, Sicherheit, Anonymität und Fairness für alle Teilnehmer zu gewährleisten. Die Spende- und Transplantationsteams setzen sich voll und ganz dafür ein, Ihre Anonymität zu schützen. Wir vertrauen zudem darauf, dass Sie dabei helfen, diese Anonymität zu respektieren.

Möchten Sie dennoch etwas mit dem Empfänger teilen? Dann können Sie über Ihren Koordinator für Lebendnierenspenden eine anonyme Nachricht hinterlassen.

Kann ich als Patient auf der Warteliste stehen (bleiben)?

Ja. Ihr Nierenspezialist prüft, ob es sinnvoll ist, neben der Teilnahme am Crossover-Programm auch auf einem aktiven Platz auf der Warteliste für eine Niere eines verstorbenen Spenders zu stehen.

  • Während der Durchführung der Match-Runde werden Sie auf „nicht abrufbar“ gesetzt. Ergibt das Crossover kein Match? Dann sorgt das Transplantationsteam dafür, dass Sie wieder als „abrufbar“, also auf einem aktiven Platz auf der Warteliste, geführt werden.
  • Diese vorübergehende Pause hat keinen Einfluss auf Ihre Wartezeit.
Was passiert, wenn es kein Match gibt?

Manchmal wird während einer Runde keine passende Kombination gefunden. Dies ist kein Grund zur Entmutigung:

  • Sie können in einer nächsten Runde erneut teilnehmen;
  • Ihr Arzt bespricht, ob zusätzliche Behandlungen möglich sind;
  • Ihre Teilnahme wird überprüft, wenn sich Ihre medizinische Situation ändert.
Was sind Alternativen und zusätzliche Möglichkeiten innerhalb des Cross-over-Programms?

Gibt es nach mehreren Versuchen innerhalb des Crossover-Programms immer noch kein Match? Dann gibt es manchmal zusätzliche Möglichkeiten mit einem Spender aus dem Crossover-Programm:

  • Transplantation mit nicht zusammenpassenden Blutgruppen (ABO-inkompatible Transplantation) nach spezieller Vorbehandlung.
  • Transplantation trotz Antikörpern gegen den Spender (HLA-inkompatible Transplantation), nur nach Rücksprache mit Ihrem Nierenspezialisten möglich.

Ihr Arzt bespricht, welche Optionen in Ihrer Situation möglich sind.

Was sind zusätzliche Optionen über Cross-over?

Manchmal gelingt es trotz der Teilnahme am Cross-over-Programm nicht, eine geeignete Übereinstimmung zu finden. Sie können dann dennoch für eine Transplantation über Cross-over infrage kommen. Dies kann besonders für Patienten von Bedeutung sein, die schwer zu vermitteln sind, zum Beispiel aufgrund vieler Antikörper.

  1. Lange Zeit an der Dialyse (> 2 Jahre)

Ihr Arzt bespricht die Möglichkeit einer Transplantation über die Blutgruppengrenzen hinweg (ABO-inkompatible Transplantation). Hierbei erhalten Sie eine Niere von einem Spender mit einer nicht direkt passenden Blutgruppe. Hierfür ist eine spezielle Vorbehandlung erforderlich (mit Medikamenten und manchmal einer Filterbehandlung). Wenn eine Niere mit passender Blutgruppe nicht verfügbar ist, ist eine ABO-inkompatible Transplantation besser als das Warten auf eine Niere eines verstorbenen Spenders.

  1. Lange Zeit an der Dialyse und viele Antikörper gegen Gewebemerkmale (HLA)

Wenn Sie hochimmunisiert sind (PRA≥85%), gelten Sie als „schwer zu vermitteln“. Ihr Arzt kann mit dem Labor prüfen, ob eine Transplantation trotz Antikörpern gegen die Gewebemerkmale eines Spenders (HLA-inkompatibel) dennoch möglich ist. Dies erhöht Ihre Chance auf eine Niere, erfordert jedoch eine individuelle Anpassung und fachärztliche Beratung.

Kosten und Erstattungen

Die medizinischen Kosten, die in direktem Zusammenhang mit der Spende stehen, werden vollständig erstattet. Sie müssen hierfür keinen obligatorischen Selbstbehalt zahlen. Auch andere Kosten können erstattet werden:

  • Reisekosten: Öffentliche Verkehrsmittel oder Autokilometer (einschließlich Begleitperson während des Krankenhausaufenthalts);
  • Hotelübernachtung (falls bei weiter Anreise erforderlich);
  • Haushaltshilfe oder Betreuung:
  • Einkommensverluste, die Sie als Selbstständiger durch die Spende erleiden, wenn Sie hierfür nicht versichert sind.

Es gelten jedoch Bedingungen für die Erstattungen. Besprechen Sie dies mit dem Sozialarbeiter oder Koordinator und fragen Sie nach dem Formular für die Kostenerstattung bei Lebendspende.

Erstattungen bei Lebendspende

Nachsorge und Kontrolle

Nach der Spende für Spender:

  • Spender werden innerhalb von drei Monaten in dem Krankenhaus kontrolliert, in dem sie operiert wurden.
  • Danach finden jährliche oder zweijährliche Kontrollen im eigenen Krankenhaus oder bei Ihrem Hausarzt statt (Nierenfunktion, Blutdruck, Urin)

Nach der Transplantation für Empfänger:

  • Empfänger bleiben im ersten Jahr zur Nachsorge in dem Krankenhaus, in dem die Transplantation stattgefunden hat.
  • Nach dem ersten Jahr übernimmt das überweisende Krankenhaus von vor der Transplantation wieder die Betreuung. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit Ihrem Transplantationszentrum.

Weitere Informationen und Kontakt

Allgemeine Fragen:

Fragen zu Kostenerstattungen?

Fragen zu Ihrer persönlichen (medizinischen) Situation?

Möchten Sie lieber mit jemandem sprechen?

  • Ihr Arzt, Transplantationskoordinator oder Sozialarbeiter hilft Ihnen gerne weiter.