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Ein Arzt schaut im Operationssaal auf einen Flüssigkeitsbeutel, der an einem Infusionsständer hängt.

OPTC: eine herausfordernde neue Funktion

Die Funktion des Organperfusionisten-Transplantationskoordinators (OPTC) ist noch relativ neu. Was sind die bisherigen Erfahrungen?

25 oktober 2023

Viona de Moulin, leitende Grundsatzreferentin bei der Niederländischen Transplantationsstiftung (NTS). Sie erklärt, warum diese Funktion eingeführt wurde. Außerdem lesen Sie hier die Erfahrungen aus der neuen Zusammenarbeit zwischen einem OPTC und einem Organspendekoordinator (ODC).

Klare Trennung von Spende und Transplantation

„Im Gesetz zur Organspende ist festgelegt, dass es eine Trennung zwischen der Spenden- und der Transplantationsseite geben muss. Dies gilt auch für die Aufgabenverteilung der Fachkräfte. Mit der Einführung des OPTC im Jahr 2023 ist dies nun gut abgesichert. Zuvor wurden sowohl die Spende als auch die Abwicklung des Angebots vom Organspendekoordinator (ODC) organisiert.“

„Seit der Einführung des OPTC sind ODCs auf der Spendenseite und OPTCs auf der Transplantationsseite tätig. Es geht um Transplantationen von Herz, Lunge, Leber, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm. Der OPTC arbeitet in allen vier niederländischen Multiorgan-Transplantationszentren, die diese Transplantationen durchführen.“

Aufgabenverteilung ODC und OPTC

Der ODC beurteilt die medizinischen Daten eines potenziellen Spenders und steht in Kontakt mit der Spenderfamilie. Zudem meldet der ODC den Spender bei Eurotransplant an. Von dort aus ruft Eurotransplant den OPTC an, um ein Organ anzubieten. In Absprache mit dem Transplantationsarzt schätzt der OPTC ein, ob das Spenderorgan geeignet ist und ob es für einen Empfänger akzeptiert wird. Es ist gut, dass es einen festen internen Ansprechpartner im Transplantationszentrum gibt und die Wege zu den Transplantationsärzten kurz sind.

Infografik über die Aufgaben von ODC und OPTC

Erfahrungen aus der Praxis

Was sind die Erfahrungen von Fachkräften, die als OPTC und ODC arbeiten? Lesen Sie unten, was diese Anpassung im Arbeitsprozess für sie bedeutet.

Claire van der Riet - OPTC im UMCG

„Im Januar 2023 habe ich in der Funktion als OPTC begonnen. In der Funktion des OPTC wird man früher in den Transplantations- und Allokationsprozess einbezogen. Früher erhielt ich als Perfusionistin erst einen Anruf, wenn ein Organ endgültig akzeptiert war. Jetzt weiß ich schon viel früher, dass sich etwas anbahnt und woher ein Organ kommen wird. Diese Erweiterung macht unsere Arbeit ein Stück intensiver. Manchmal ist man die ganze Nacht mit dem Allokationsbereich beschäftigt und muss tagsüber noch ein Organ an die Perfusionsmaschine anschließen. Was sehr hilft, ist, dass wir unsere ODC-Kollegen immer noch niederschwellig um Rat fragen können.“

Frau beim Telefonieren

Jetzt weiß ich viel früher, dass sich etwas anbahnt oder woher ein Organ kommt

Claire van Riet

Anja Vogelzang - ODC im UMCG

„Mit dem Kommen eines OPTC sind unsere 24-Stunden-Dienste etwas ruhiger geworden. Der Spendenprozess auf der Intensivstation hat nun ein klareres Ende des Verfahrens, nämlich nach der Anmeldung des Spenders bei Eurotransplant. Man ist dann aus dem Prozess heraus, bis ein OPTC für zusätzliche Daten anruft oder wenn ein Zentrum ein Organ akzeptiert hat. Dann überschneiden sich Spende und Transplantation zwar wieder, weil der ODC die Transplantationsseite mit Informationen unterstützt. Bei der Akzeptanz eines thorakalen Spenderorgans fahren wir als ODC jedoch mit dem Thoraxteam mit, um das Organ abzuholen, als Teil des Spendenprozesses.“

Frau beim Telefonieren

Jetzt weiß ich viel früher, dass sich etwas anbahnt oder woher ein Organ kommt

Anja Vogelzang

Karin Beer - ODC im LUMC

„Die ODCs und OPTCs teilen sich hier ein Büro, sodass wir eng in die Arbeit des jeweils anderen eingebunden bleiben. Auch der Kontakt zu den OPTCs in den anderen Krankenhäusern läuft gut. Was ich auf jeden Fall nicht vermisse, ist, mitten in der Nacht das Angebot eines Spenderorgans, zum Beispiel aus Deutschland, abzuwickeln. Solche Abwägungen und Telefonate mit dem Chirurgen werden jetzt von den OPTCs erledigt. Das spart uns nachts viel Zeit.“

Frau beim Telefonieren

Was ich nicht vermisse, sind die Telefonate mitten in der Nacht, um das Angebot eines Spenderorgans abzuwickeln.

Karin Beer

Organperfusion: eine Technik in der Entwicklung

Organperfusion ist eine Technik, mit der Organe außerhalb des Körpers in einer Maschine aufbewahrt und konditioniert werden können. Dank der Perfusion können Organe, die zuvor abgelehnt wurden, getestet werden, um festzustellen, ob sie vielleicht doch gut funktionieren. Innerhalb dieser Technik ist noch viel Innovation möglich, wie zum Beispiel Wärme- und Perfusionskameras, die den Zustand des Organs überwachen. Dies sorgt hoffentlich für die Transplantation von noch mehr Organen mit hoher Qualität.

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Transparant Magazin

Dies ist eine Bearbeitung eines Artikels aus Transparant (2023). Möchten Sie Transparant immer zu Hause, bei der Arbeit oder in Ihrem Posteingang erhalten? Dann melden Sie sich hier an!

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