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Entnahmechirurg Andre Baranski sitzt am Operationstisch

„Neue Techniken erfordern neue Fähigkeiten“

Dank Chirurg Prof. Dr. Andrzej Baranski (LUMC) wurde die Ausbildung von Entnahmechirurgen stark verbessert. Baranski berichtet über den Beginn der Ausbildung und die Chancen für die Zukunft.

1 oktober 2021

Professor Dr. Andrzej Baranski ist Transplantationschirurg am LUMC und Initiator der internationalen Masterclass für Organentnahme.

Baranski wurde in Warschau zum Transplantationschirurgen ausgebildet, arbeitet aber inzwischen seit mehr als 25 Jahren am Leids Universitair Medisch Centrum (LUMC). Dort führte er nicht nur Hunderte Entnahmen und Transplantationen durch, sondern bildete auch viele junge Chirurgen aus.

Sorgsam mit Spenderorganen umgehen

„In den Niederlanden sterben immer noch Patienten auf der Warteliste, weil kein geeignetes Spenderorgan verfügbar ist. Deshalb müssen wir sehr sorgsam mit Spenderorganen umgehen. Die Entnahme ist ein sehr heikler Prozess. Wenn man bei der Entnahme Fehler macht, kann man ein gutes Organ so stark beschädigen, dass es manchmal nicht mehr für eine Transplantation geeignet ist.“

Ein Spezialgebiet, das man erlernen muss

Baranski setzt sich seit Jahrzehnten dafür ein, dass Entnahmechirurgen ihr Fach bis ins kleinste Detail beherrschen. Die Ausbildung in der Transplantationsmedizin ist ein langer Prozess. Man benötigt nicht nur technisches Wissen, sondern auch eine große Liebe zu den Menschen. Man muss die Anatomie der Bauchorgane hervorragend kennen – auch die seltenen Varianten.“

Premiere in Europa

Der erste Transplantationskurs, den Baranski 1999 gemeinsam mit der NTS organisierte, war sofort ein großer Erfolg. Der Kurs entwickelte sich zum allerersten internationalen „Hands-on-Kurs“. Zudem setzte er sich für die Zertifizierung von Entnahmechirurgen ein, eine Premiere in Europa. Die Niederlande wurden das erste Land, in dem qualifizierte Entnahmechirurgen staatlich anerkannt werden.

Immer bessere Ergebnisse

Zahlen belegen, dass in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte erzielt wurden. Ende des letzten Jahrhunderts waren nach der Entnahme etwa 50 % der Bauchspeicheldrüsen so stark beschädigt, dass sie nicht transplantiert werden konnten. Heute sind es nur noch 1 %. Dies spiegelt sich auch in guten Überlebensraten in den Niederlanden wider. „Diese sind vergleichbar mit denen ausländischer Spitzen-Transplantationszentren“, stellt Baranski fest.

Mehr Transparenz erforderlich

Dennoch ist Baranski noch nicht zufrieden. Er plädiert für mehr Transparenz bei den Ergebnissen, nicht um zu urteilen, sondern um voneinander zu lernen. Darüber hinaus drängt er auf kontinuierliche Fortbildung, auch für erfahrene Chirurgen. Neue Techniken wie schnellere Entnahmeverfahren und Konservierungsmaschinen erfordern schließlich immer neues Wissen und neue Fähigkeiten. „Das Schönste an meiner Arbeit? Zu sehen, wie junge Chirurgen wachsen. Es ist harte Arbeit, aber auch der schönste Beruf der Welt.“

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