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Debby van Vendeloo. Sie steht vor einem weißen Hintergrund und lächelt in die Kamera.

Nach zwei Lungen auch noch eine Nierentransplantation?

Ein zu großes Risiko. So dachten Ärzte über eine Nierentransplantation für Debby van Vendeloo (42), eine Patientin mit der Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose (CF). Aber Debby wollte unbedingt eine neue Niere und gab nicht auf. Konnte sie den Arzt von ihrer Situation überzeugen?

7 oktober 2025

'Ich liebe das Leben, möchte Dinge unternehmen'

Debby: „Meine Nieren haben schon einiges mitgemacht. Meine Mukoviszidose, eine doppelte Lungentransplantation, Lymphdrüsenkrebs. Durch die ganzen Medikamente hatte ich irgendwann nur noch 15 Prozent Nierenfunktion. Dann stand die Wahl an: Dialyse oder Transplantation. Der Nephrologe plädierte für eine dauerhafte Dialyse. Eine Transplantation stellte ein zu großes Risiko für mich dar. Aber ich liebe das Leben, möchte Dinge unternehmen! Das geht nicht, wenn man dreimal pro Woche ins Krankenhaus muss. Und ich wusste, dass ich es schaffen würde. Mein Lungenarzt nannte mich einmal ‚das beste Mädchen der Klasse‘. Immer optimistisch, immer stark. Letztendlich hat Doktor Van Zuilen das auch eingesehen und mir die Erlaubnis für die Transplantation gegeben. Er hat mich gerettet; aber der wahre Held der Geschichte ist Roy, mein Mann. Von ihm habe ich seine Niere bekommen. Die funktioniert super! Ab und zu stehen wir mit unseren Bäuchen aneinander. ‚Von Niere zu Niere‘, sagen wir dann.“

Roy van Vendeloo, Debbys Ehemann, der seine Niere spendete

'Okay, ich mache es, aber dann möchte ich es auch so schnell wie möglich hinter mir haben'

„Alles für Debby. Das ist mein Motto. Wenn ich dafür eine Niere spenden muss, dann ist das so – auch wenn ich nicht sofort begeistert war. Ich bin kein großer Krankenhausgänger. Als sich herausstellte, dass ich der einzige geeignete Spender aus ihrem Umfeld war, habe ich den Schalter umgelegt. Okay, ich mache es, aber dann möchte ich es auch so schnell wie möglich hinter mir haben. Raus mit dem Ding! Auf all das psychologische Gerede hätte ich verzichten können. Die Operation selbst war ziemlich unangenehm. Ich musste lange rehabilitieren und hatte anfangs starke Schmerzen. Aber jetzt bin ich so gut wie der Alte. Humor und Optimismus helfen uns da durch.“

Marion Wessels, Pflegeexpertin für Nephrologie am UMC Utrecht

'Die Frage war, ob die Operation ihre Lebensqualität verbessern würde'

„Ich kenne Debby seit Beginn ihres medizinischen Werdegangs. Als Pflegeexpertin bin ich für sie die Spinne im Netz. Ein niederschwelliger Kontakt in allen medizinischen Angelegenheiten, aber auch für den psychosozialen Bereich. Sie war ein ziemlich besonderer Fall: Es gibt nicht viele lungentransplantierte Patienten, die auch noch eine Nierentransplantation verkraften. Die Frage war also, ob die Auswirkungen der Operation die Lebensqualität verbessern würden. Aber wer Debby kennt, weiß, dass sie eine enorme Lebensfreude und Widerstandsfähigkeit hat. Ich habe ihr Vertrauen gegeben, indem ich betonte, dass sie auch frühere Behandlungen gut überstanden hat. Hinterher erzählte sie, dass ihr das sehr geholfen hat.“

Bild von Marion Wessels. Sie steht vor einem weißen Hintergrund und lächelt in die Kamera.

Auf dem Papier hatte ich gesagt: Die Risiken sind zu groß

Arjan van Zuilen

Arjan van Zuilen, Internist und Nephrologe am UMC Utrecht

'Gab es eine ausreichende Lebenserwartung, um die Operation zu wagen?'

„Dieser Fall war komplexer als der Durchschnitt. Auf dem Papier hatte ich gesagt: Die Risiken der Transplantation überwiegen hier den Nutzen. Die Wahrscheinlichkeit war groß, dass Debby nach der Transplantation viele immunsuppressive Medikamente benötigen würde, was neue Probleme für sie verursachen könnte. Zudem halten die meisten transplantierten Lungen nur etwa zehn Jahre; ihre waren damals schon sechzehn Jahre alt. Ist das eine ausreichende Lebenserwartung, um eine so einschneidende Operation zu wagen? Letztendlich haben wir uns doch für die Transplantation entschieden. Dafür gab es nicht den einen Wendepunkt, das ist ein Prozess. So konnte ihr Lungenarzt zeigen, dass sie gut auf die immunsuppressiven Medikamente reagierte. Ich merkte auch, dass Debby den Prozess gut überblicken konnte, auch für den Fall, dass es nicht klappen würde. Am Ende haben wir es einfach gemacht. Dann ist es schon klasse, dass es so supergut ausgegangen ist.“

Bild von Arjan van Zuilen

Dieser Artikel stammt aus dem Magazin Transparant (Nr. 96).
Neugierig auf weitere Geschichten und Hintergründe?Lesen Sie hier das vollständige Magazin.

Nach zwei Lungen auch noch eine Nierentransplantation?