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Peter van Maurik in der Turnhalle

„Leistungen, von denen niemand dachte, dass sie jemals wieder möglich wären“

Mit einem Spenderorgan kann man immer noch Sport treiben, sogar auf hohem Niveau. Während der European Transplant Games zeigen Hunderte von Sportlern, was nach einer Transplantation möglich ist.

9 april 2026

Früher war Peter van Maurik ein fitter Mann. Er schwamm leidenschaftlich und arbeitete als Offizier bei der Königlichen Marine. Bis eine unbekannte Herzkrankheit sein Leben langsam veränderte. Über neunzehn Jahre hinweg verschlechterte sich seine Herzfunktion immer weiter. Am Tiefpunkt landete er auf der Intensivstation. „Zuletzt lag ich auf der Intensivstation an der Notfallpumpe, weil meine Herzfunktion nur noch 8 Prozent betrug.“

Ein Spenderherz brachte Rettung, aber es war knapp. „Wenn es noch zwei, drei Wochen länger gedauert hätte, wäre ich wahrscheinlich nicht mehr hier gewesen.“ Nach der Transplantation begann die Genesung. Drei Wochen später saß er am Bettrand im Krankenhaus und dachte: Was nun?

Der Lichtblick am Horizont

Die Antwort kam schnell. „Ich möchte an den Transplant Games teilnehmen und dann werde ich Weltmeister.“ Die Reaktion der Krankenschwestern war vorsichtig: Erst einmal genesen. Aber für Van Maurik war es klar. Er war schon immer wettbewerbsorientiert gewesen und Disziplin lag ihm im Blut.

Dieses Ziel, die Teilnahme an den European Transplant Games, wurde zu seinem Lichtblick am Horizont. Von diesem Moment an arbeitete er Schritt für Schritt darauf hin. Er baute seine Muskelkraft und Kondition langsam wieder auf. Das ging nicht von selbst, aber das Ziel blieb bestehen. Letztendlich führte es zur Teilnahme an internationalen Wettkämpfen.

Ein Sieg mit Bedeutung

Während der Weltspiele 2017 erreichte er das Finale über fünfzig Meter Brustschwimmen. Dort schlug er als Erster an. Was danach folgte, blieb ihm in Erinnerung: „Ich sprang aus dem Becken, zur Tribüne, wo meine Frau saß. Wir sahen uns an und brachen beide in Tränen aus. Wir wussten, in welchem tiefen Loch ich gesteckt hatte, und schau, wo ich jetzt stand!“

Der Moment stand symbolisch für seinen gesamten Weg. Nicht nur sportlicher Erfolg, sondern vor allem der Weg dorthin. Seine Geschichte ist keine Ausnahme bei den Transplant Games. Die Veranstaltung bringt mehr als tausend Sportler zusammen, die alle ein Spenderorgan oder Stammzellen erhalten haben. Sie kommen aus ganz Europa und messen sich in verschiedenen Disziplinen.

Man sieht Menschen völlig in Tränen aufgelöst, wenn sie das Ziel erreichen

Peter van Maurik

Was bedeutet Gewinnen?

Obwohl es ein Sportereignis ist, geht es laut Van Maurik nicht um das Gewinnen im klassischen Sinne. „Man sieht Menschen, die völlig in Tränen aufgelöst sind, weil sie Siebte geworden sind. Oder weil sie überhaupt das Ziel erreichen. Sie erbringen Leistungen, von denen niemand dachte, dass sie jemals wieder möglich wären.“

Der wahre Sieg liegt darin, dass Menschen wieder teilhaben können. Dass sie lernen, ihrem Körper wieder zu vertrauen und Grenzen zu verschieben, die zuvor unerreichbar schienen.

Das macht die European Transplant Games anders als andere Sportveranstaltungen. Die Geschichten hinter den Leistungen sind mindestens genauso wichtig wie die Leistungen selbst.

Mehr als nur Sport

Die Transplant Games gibt es seit 1978. Ursprünglich waren sie dazu gedacht, zu zeigen, was Organspende möglich macht, und Menschen dazu zu ermutigen, Spender zu werden. Dieses Ziel ist immer noch relevant, aber die Bedeutung der Veranstaltung ist breiter geworden. Sie zeigt, was nach einer Transplantation möglich ist – nicht nur Überleben, sondern auch Leben. „Man kann nicht nur ein bisschen der Alte werden, nein, man kann Leistungen auf Spitzensportniveau erbringen!“

Das gilt für eine kleine Gruppe auf Spitzensportniveau, aber die Botschaft ist breiter. Es geht darum, dass mehr möglich ist, als viele Menschen denken.

Niederlande Gastgeber der European Transplant Games 2026

Im Juni 2026 ist die Niederlande Gastgeberland der European Transplant Games, die in Arnheim stattfinden. Während dieses internationalen sportlichen und gesellschaftlichen Ereignisses kommen transplantierte Patienten, Spender und Fachleute zusammen. In fünfzehn verschiedenen Sportarten stellen sie sich der Herausforderung und zeigen, was nach einer Transplantation möglich ist.

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Kleine Schritte vorwärts

Nicht jeder muss Spitzensportler werden. Das betont auch Van Maurik. ‚Aber wir wissen, dass das Setzen eines Ziels dabei hilft, eine Lebensstiländerung durchzuführen. Der Trick ist: kleine Schritte machen und durchhalten.‘

Für viele Menschen beginnt es damit, wieder in Bewegung zu kommen. Nach einer Zeit der Krankheit ist die Kondition oft verschwunden und alles muss neu aufgebaut werden. Durch das Setzen von Zielen und Schritt-für-Schritt-Fortschritte entsteht Raum für die Genesung. Das gilt nicht nur für Spitzensportler, sondern für jeden mit einer Transplantation oder chronischen Erkrankung.

Pure Lebensfreude

Was die Transplant Games letztendlich besonders macht, ist die Atmosphäre. Es ist eine Kombination aus Dankbarkeit, Willenskraft und Verletzlichkeit. ‚Was man dort sieht, ist pure Lebensfreude.‘

Das macht Eindruck, nicht nur auf die Teilnehmer, sondern auch auf Pflegefachkräfte. Es zeigt, wozu ihre Arbeit führt. Bei früheren Ausgaben sah Van Maurik, wie stark dieser Einfluss sein kann. Er sprach mit einer Krankenschwester, die alle zwei Jahre zu den Spielen zurückkehrt, weil es sie daran erinnert, warum sie diese Arbeit macht.

Deshalb ruft er Pflegefachkräfte dazu auf, vorbeizukommen. Nicht nur, um Sport zu sehen, sondern um zu erleben, was eine Transplantation möglich macht. Denn wer dort herumläuft, sieht es überall: Menschen, die weiter gehen, als sie selbst jemals gedacht hätten, und Leistungen erbringen, von denen niemand dachte, dass sie noch möglich wären.


Dieser Artikel stammt aus dem Magazin Transparant (Nr. 97).

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