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Marion Siebelink, Initiatorin des Protokolls „Kind als Spender“, steht vor dem UMCG in Groningen

„Ein separates Protokoll für Kinder ist sehr wertvoll“

Marion Siebelink ergriff die Initiative für das Protokoll „Kind als Spender“ und berichtet, wie dieses Protokoll in der Praxis angewendet wird.

13 juni 2023

Dass ein separates Protokoll für Organspenden bei Kindern notwendig ist, erkannte Marion Siebelink vor einigen Jahren während ihrer Promotionsforschung. In vielen Punkten ist die Spende bei einem Kind mit der von Erwachsenen vergleichbar, aber es gibt definitiv auch Unterschiede.

Wie häufig kommen Organspenden bei Kindern vor?

Marion Siebelink: „Jedes Jahr sterben in unserem Land etwa 200 Kinder auf einer pädiatrischen Intensivstation. Etwa 1 von 10 dieser Kinder kommt für eine Organspende infrage. Jedes Jahr gibt es also etwa 20 potenzielle minderjährige Organspender in den gesamten Niederlanden. Das bedeutet, dass jedes Krankenhaus zu wenige solcher Verfahren hat, um durch Erfahrung darin kompetent zu werden.“

Ein Kind ist kein kleiner Erwachsener

„Es gibt wichtige Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen, denn ein Kind ist kein kleiner Erwachsener, gerade wenn es um Organspenden geht. So ist der Wunsch von Kindern bezüglich einer Spende oft nicht bekannt, weil sie zu jung sind und nicht immer mit ihren Eltern darüber gesprochen haben. Kinder ab 12 Jahren können ihre Entscheidung übrigens im Spenderregister registrieren lassen. Wenn sie dort angegeben haben, spenden zu wollen, können die Eltern diese Entscheidung dennoch ablehnen, solange ihr Kind unter 16 Jahre alt ist. Ab 16 Jahren ist der Wunsch des Kindes maßgeblich.“

Alles zusammen

Das Protokoll „Kind als Spender“ ist ein separates Protokoll neben dem Modellprotokoll für Organ- und Gewebespenden. Jeder Fachmann kann darin schnell nachschlagen, wie das Spendenverfahren ablaufen sollte, und erhält Tipps für das Gespräch mit den Eltern. Diese Informationen sind nun auf einen Blick im Protokoll „Kind als Spender“ zu finden, das Siebelink initiiert hat und das von der NTS verwaltet wird. „Da Fachleute nun alle Informationen über eine Spende bei Kindern übersichtlich zur Hand haben, fühlen sie sich wohler. Sie können dadurch besser das Gespräch mit den Eltern oder Betreuern über die Möglichkeiten einer Spende führen.“

Gemeinsam mit dem Fachbereich entwickelt

„Das Protokoll wurde gemeinsam mit dem Fachbereich entwickelt. Dadurch enthält es die Informationen, die benötigt werden. Neben sachlichen Informationen, zum Beispiel darüber, wann ein Kind spenden kann oder nicht, enthält es auch klare Leitlinien und Tipps, um das Gespräch über eine Spende zu beginnen. Bei einem Kind unter 12 Jahren ist das Spenderregister schließlich nicht der Ausgangspunkt des Gesprächs. Es ist entscheidend, dass der Fachmann erkennt, dass es nicht um die Bitte um eine Spende geht, sondern darum, eine gute Entscheidung zu ermöglichen.“

Zum richtigen Zeitpunkt besprechen

Siebelink weiß aus ihrer Forschung, dass Eltern, die auf gute Weise informiert werden, eher einer Spende zustimmen. Das Thema zum richtigen Zeitpunkt anzusprechen, kann dabei einen großen Unterschied machen. „Ich habe mit Eltern gesprochen, bei denen das Thema Spende zu früh angesprochen wurde. Sie haben sofort abgelehnt und das im Nachhinein bereut. Wenn die Frage später gestellt worden wäre, hätten sie wahrscheinlich zugestimmt, sagten sie rückblickend.“

Hinter der Entscheidung stehen

„Es geht mir nicht darum, dass mehr Eltern einer Spende zustimmen. Eltern müssen eine Entscheidung treffen, hinter der sie stehen. Dafür ist es sehr wichtig, dass sie gut informiert werden.“

Protokoll

Dieses Protokoll hilft dem Fachmann, dieses gute Gespräch mit den Eltern in der akuten, traurigen Situation zu führen, die bei einem solchen Verfahren immer besteht.

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