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Untersuchung und Operation
Möchten Sie zu Lebzeiten eine Niere spenden? Lesen Sie, welche Untersuchungen Sie im Krankenhaus erhalten und wie die Operation und die Genesung verlaufen.
Untersuchung im Krankenhaus
Haben Sie sich angemeldet, um jemandem eine Niere zu spenden? Dann prüft das Transplantationskrankenhaus Schritt für Schritt, ob Sie geeignet sind. Dies nennen wir ein Screening.
Behandlungsteam
In den meisten Krankenhäusern gibt es ein eigenes Behandlungsteam für Sie und eines für den Patienten, der Ihre Niere erhält.
In einem Team sitzen meist ein Koordinator für Lebendnierenspenden, ein Nephrologe (Nierenspezialist), ein medizinischer Sozialarbeiter und ein Chirurg.
Beim ersten Termin sprechen Sie meist mit dem Koordinator für Lebendnierenspenden. Dieser erklärt:
- Welche Untersuchungen können Sie erwarten?
- Was sind die Vor- und Nachteile?
- Wie verläuft die Operation?
- Wie ist es, mit einer Niere zu leben?
Manchmal erhalten Sie bereits bei diesem ersten Besuch einige Untersuchungen.
Fragen zu deiner körperlichen und mentalen Gesundheit
Beim Aufnahmegespräch erhalten Sie Fragen zu Ihrer Gesundheit, früheren Krankheiten und Medikamenteneinnahme. In vielen Krankenhäusern füllen Sie vorab einen Fragebogen aus.
Sie haben auch ein Gespräch mit einem medizinischen Sozialarbeiter. Dieser prüft, ob Sie emotional stark genug sind und hilft Ihnen, mit allem umzugehen, was auf Sie zukommt. Sie besprechen zum Beispiel:
- Warum möchten Sie eine Niere spenden?
- Wie fühlen Sie sich bei der Spende einer Niere?
- Wie gehen Sie mit Dankbarkeit oder Erwartungen des Patienten um?
- Was ist die Auswirkung auf Ihre Familie oder Ihre Arbeit?
Der Sozialarbeiter hilft dir auch praktisch:
- Welche Möglichkeiten gibt es für Hilfe zu Hause nach der Operation?
- Wie erhältst du eine Kostenerstattung?
- Wie sieht es mit Arbeit und Urlaub aus?
Manchmal folgt ein Gespräch mit einem medizinischen Psychologen oder Psychiater. Zum Beispiel, wenn du früher psychische Beschwerden hattest oder wenn du jemandem, den du nicht kennst, eine Niere spenden möchtest. Sie beurteilen, ob du dich freiwillig und wohlüberlegt entscheidest.
Medizinische Untersuchungen
Danach folgen medizinische Untersuchungen, um festzustellen, ob du körperlich gesund genug bist, um eine Niere zu spenden. Unter anderem:
- Messen von Blutdruck, Körpergröße und Gewicht.
- Untersuchung von Blut und Urin.
- EKG und eine Röntgenaufnahme von Herz und Lunge.
- CT- oder MRT-Scan deiner Nieren und der Nierengefäße.
Diese Untersuchungen zeigen unter anderem, ob deine Blutgefäße und Harnleiter gut zum Empfänger passen und welche Niere sich am besten für eine Spende eignet. Sollte sich herausstellen, dass deine Nieren nicht gleich groß sind, kann ein zusätzlicher Scan erforderlich sein. Du behältst immer die Niere, die besser funktioniert.
Nach allen Untersuchungen erfährst du vom Behandlungsteam, ob du für eine Nierenspende geeignet bist und welche Niere sie verwenden möchten.
Manchmal können die Ärzte eine Krankheit entdecken, von der du nichts wusstest. Das kann Vor- und Nachteile haben. Du wirst rechtzeitig behandelt. Es kann jedoch ein Nachteil sein, wenn du eine Versicherung oder Hypothek abschließen möchtest.
In den meisten Krankenhäusern hast du vor der Operation noch einen Termin bei einem Chirurgen und/oder Nephrologen.
Wer ist als Spender nicht geeignet?
Deine Gesundheit steht immer an erster Stelle. Dies können die Gründe sein, warum du nicht geeignet bist:
- Deine Nieren funktionieren nicht richtig.
- Deine Blutgefäße verlaufen anders als bei den meisten Menschen.
- Deine Nierenarterien sind verkalkt.
- Sie haben Übergewicht, einen schwer behandelbaren Bluthochdruck oder Diabetes (Zuckerkrankheit).
- Sie haben psychische Beschwerden.
Zustimmung zur Spende und Datenerhebung
Ihre Zustimmung
Sind Sie als Nierenspender geeignet? Dann bittet das Krankenhaus um Ihre Zustimmung und Sie müssen eine Erklärung unterzeichnen. Sie dürfen sich in Ruhe Gedanken darüber machen und dies zuerst mit Familie oder Freunden besprechen. Auch wenn Sie bereits unterschrieben haben, können Sie sich später noch entscheiden, doch nicht zu spenden. Diese Entscheidung liegt immer bei Ihnen.
Personenbezogene DatenUm Organ- und Gewebespenden sowie Transplantationen zu ermöglichen, erhebt die Niederländische Transplantationsstiftung (NTS) personenbezogene Daten. Dies ist gesetzlich vorgeschrieben. Eine Zustimmung ist hierfür nicht erforderlich. Die Daten werden verwendet, um die Versorgung gut zu organisieren und zu verbessern.
Daten für wissenschaftliche ForschungIhre Daten können auch für wissenschaftliche Forschung verwendet werden. Dies ist nur zulässig, wenn Sie hierfür selbst Ihre Zustimmung gegeben haben.
Geeignet: Wie lange auf eine Transplantation warten?
Wurden Sie als Nierenspender zugelassen? Dann müssen Sie manchmal noch etwas warten, bis die Transplantation geplant wird. Gründe können sein:
- Crossover-ProgrammWenn Sie am Crossover-Programm teilnehmen, wird viermal im Jahr geprüft, ob es eine passende Übereinstimmung mit einem anderen Paar gibt. Es kann also eine Weile dauern, bis eine geeignete Übereinstimmung gefunden ist.
- Nieren sind noch gut genugManchmal funktionieren die Nieren des Empfängers noch ausreichend. Dann ist eine sofortige Transplantation noch nicht notwendig. Der Arzt bestimmt gemeinsam mit dem Empfänger den besten Zeitpunkt für die Operation.
Die Operation
Es kann sich seltsam anfühlen: Vor der Operation sind Sie gesund. Sobald Sie das Krankenhaus betreten, sind Sie plötzlich ein Patient, der operiert wird.
Als Spender werden Sie als Erster operiert. Dies kann eine Schlüssellochoperation oder eine offene Operation sein. Sie werden immer unter Vollnarkose versetzt. Die Operation dauert in der Regel 2 bis 3 Stunden.
Risiken der Operation
Leichtere Probleme, die häufiger vorkommen
- Ihre Wunde heilt nicht gut oder entzündet sich.
- Blutung.
- Beinthrombose.
- Bei Männern: Schmerzen oder Schwellungen an den Hoden.
- Lungenentzündung oder Blasenentzündung.
- Bauchbeschwerden.
- Müdigkeit.
Größere Probleme, die sehr selten vorkommen
- Schwere Blutung.
- Lungenembolie: Verstopfung in einem Blutgefäß zur Lunge.
Das Sterberisiko infolge der Operation ist extrem gering.
Wann erfahren Sie etwas über die Transplantation Ihrer Niere?
Kennen Sie die Person, die Ihre Niere erhalten hat? Dann erfahren Sie vom Chirurgen meist direkt nach der Operation, wie es gelaufen ist. Oft lässt sich am Blut des Empfängers schon schnell erkennen, ob die Niere gut funktioniert. Meist haben Sie dann auch schon innerhalb eines Tages Kontakt oder können sich gegenseitig besuchen.
Bei einer Crossover-Transplantation oder einer anonymen Spende gibt es keinen Kontakt.
Wieder zu Hause, und dann?
Bei einer guten Genesung dürfen Sie nach einigen Tagen nach Hause. Hören Sie gut auf Ihren Körper und lassen Sie es zu Hause erst einmal ruhig angehen. Das kann schwierig sein, besonders wenn Sie noch nie zuvor krank waren.
Mögliche Beschwerden kurz nach der Operation:
- Übelkeit oder Erbrechen (kann durch die Narkose kommen).
- Wundschmerzen.
- Schmerzen in der Schulter oder im Zwerchfell nach einer Schlüssellochoperation.
- Stuhlgangprobleme (Verstopfung).
- Müdigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme.
Meist dauern diese Beschwerden einige Tage bis Wochen an. Sie erhalten hierfür Medikamente. Ganz selten können Sie länger unter Schmerzen an der Wunde oder im Bauch leiden.
Eine Zeit lang Hilfe im Haushalt
Außerdem dürfen Sie 6 Wochen lang keine schweren Dinge heben, schieben oder ziehen. Vielleicht benötigen Sie deshalb eine Zeit lang Hilfe im Haushalt. Schauen Sie, ob Familie oder Freunde helfen können.
Weitere Möglichkeiten:
- Beantragen Sie Haushaltshilfe über die Gemeinde (Wmo). Dies ist manchmal möglich.
- Engagieren Sie selbst Hilfe über ein Unternehmen.
- Nutzen Sie die Kostenvergütung bei Lebendspende für die zusätzlichen Kosten, die Ihnen entstehen.
Benötigen Sie Hilfe bei der Organisation? Fragen Sie den medizinischen Sozialarbeiter.
Wieder an die Arbeit
Es kann eine Weile dauern, bis Sie wieder voll arbeitsfähig sind. Dies hängt von Ihrer Genesung und der Art der Arbeit ab. Bedenken Sie, dass es 3 bis 6 Monate dauern kann, bis Sie sich wieder ganz wie gewohnt fühlen.
Kontrolle und Nachsorge
Innerhalb von 3 Monaten kommen Sie zur Kontrolle ins Krankenhaus. Sie sprechen dann mit dem Chirurgen und dem Koordinator für Lebendnierenspenden. Sie prüfen, ob Sie sich gut erholt haben und möchten wissen, wie Sie alles erlebt haben. Sie können auch mit einem Sozialarbeiter sprechen. Dieser kann Ihnen auch bei der Einreichung der Kostenvergütung helfen.
Auch danach bleiben Sie zur Kontrolle im Transplantationskrankenhaus oder bei Ihrem Hausarzt, um unter anderem Ihren Urin, Blutdruck und Ihre Nierenfunktion untersuchen zu lassen. Sie erfahren von Ihrem Arzt, wie oft dies erforderlich ist und wo die Kontrolle stattfindet.
Kosten und Erstattungen
Viele der Kosten, die Ihnen als Spender entstehen, werden erstattet, selbst wenn die Spende letztendlich nicht stattfindet.
- Ihre Krankenkasse übernimmt die medizinischen Kosten, wie z. B. Screening, Operation und Kontrollen. Für die Spende zahlen Sie nichts von Ihrem Selbstbehalt.
- Manchmal müssen Sie zusätzliches Geld ausgeben, wie z. B. für Parkgebühren oder Haushaltshilfe.
- Es kann auch sein, dass Sie vorübergehend ein geringeres Einkommen haben. Auch hierfür gibt es eine Entschädigung.
Leben mit einer Niere
Mit einer gesunden Niere können Sie gut leben. Die verbleibende Niere übernimmt den Großteil der Arbeit.
Die meisten Spender bemerken keinen Unterschied zu ihrem Befinden davor. Sie können ganz normal Sport treiben, reisen, arbeiten und Ihren Alltag wieder aufnehmen. Sie benötigen keine Medikamente oder eine spezielle Diät.
Es ist jedoch wichtig, dass du gesund lebst:
- Trinke genug Wasser.
- Ernähre dich gesund und salzarm.
- Rauche nicht.
- Nimm möglichst keine Schmerzmittel mit entzündungshemmender Wirkung (wie Ibuprofen oder Naproxen), da diese deine Niere schädigen können.
Bevor du eine Niere spenden kannst, prüft der Nierenspezialist, wie hoch dein Risiko für zukünftige Nierenprobleme ist. Du hast dann nämlich nur noch eine Niere übrig, und diese muss weiterhin gut funktionieren. Wenn diese Niere schlechter arbeitet, nennt man das Nierenversagen.
Vorrang auf der Warteliste
Benötigst du selbst aufgrund von Nierenversagen eine Spenderniere, Warteliste für eine Niere von einem verstorbenen Spender. Dies gilt für Spender, die jemals eine Niere an jemanden gespendet haben, der in einem der Länder lebt, die an Eurotransplant angeschlossen sind.
Achtung: du kommst genau wie andere nur dann auf die Warteliste, wenn medizinische Untersuchungen zeigen, dass eine Transplantation bei dir gute Erfolgsaussichten hat.