Skip naar de inhoud
Koordinator läuft im Flur des Krankenhauses

'Ein Dankesbrief schließt den Kreis'

Hinterbliebene von Spendern empfinden es meist als angenehm, einen Dankesbrief zu erhalten. Janneke Vervelde (LUMC) sorgte für mehr landesweite Aufmerksamkeit für Dankesbriefe.

1 juli 2022

Zusammenarbeit mit allen Zentren

„In meinem eigenen Krankenhaus wollte ich herausfinden, ob es hilft, wenn man das Schreiben anonymer Dankesbriefe aktiver thematisiert. Das stellte sich als wahr heraus, es wurden mehr Briefe geschrieben.“

„Damals kam ich mit einer medizinischen Sozialarbeiterin in Nijmegen in Kontakt, die ein ähnliches Projekt durchführte. Gemeinsam beschlossen wir, dies landesweit anzugehen. Seit 2021 arbeiten alle universitären medizinischen Zentren (UMCs) zusammen. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass die Aufklärung und Begleitung rund um das Schreiben von Dankesbriefen überall auf die gleiche Weise erfolgt.“

Janneke Vervelde am Telefon

Hilfe beim Schreiben eines Briefes

„Empfänger eines Spenderorgans können einen anonymen Brief über die Pflegefachkraft oder den Arzt senden. Wir wissen, dass es vielen Empfängern schwerfällt, die richtigen Worte zu finden. Deshalb können sie Hilfe beim Schreiben eines Briefes erhalten.“

„Im LUMC setzt sich Tim Hoogenbosch dafür ein. Er war Niederländischlehrer. Seine Frau hat ein Spenderherz und hatte ebenfalls mit einem Dankesbrief zu kämpfen. Tim hilft nun anderen beim Schreiben von Briefen. Die Erfahrung zeigt, dass es für die Empfänger selbst auch heilsam ist, den Brief zu schreiben.“

Es ist immer gut, was du schreibst

Häufige Fragen beim Schreiben:

  • Wie schreibe ich einen solchen Brief und was schreibe ich hinein?
  • Warten die Hinterbliebenen überhaupt darauf?
  • Wann schreibt man einen solchen Brief?

Eigentlich spielen diese Fragen keine Rolle. Das wird auch aus dem Interview mit Debbie und Stephan deutlich. Debbie erhielt 2016 eine Spenderleber. Sie findet es schwierig, ihre Dankbarkeit richtig in Worte zu fassen. In einem Gespräch mit Stephan (Hinterbliebener) wird ihr bewusst, dass es nicht darauf ankommt, was sie schreibt. Oder wie Stephan sagt: ‚Es ist immer gut.‘

Janneke: 'Ein Dankesbrief ist immer freiwillig, es ist niemals eine Verpflichtung. Das erkläre ich den Hinterbliebenen immer, denn ich möchte keine falschen Erwartungen wecken. Empfänger sollte man nicht unter Druck setzen, es muss ihre eigene Initiative bleiben.'

'Aber eine Untersuchung des Radboudumc zeigt, dass gute Informationen und Unterstützung beim Schreiben helfen. Es motiviert die Menschen, diesen zusätzlichen Schritt zu gehen. Denn die Empfänger realisieren sehr wohl, dass die Spende ihnen Lebenschancen geboten hat.'

Kreis schließen

'Wenn ein Brief von einem Empfänger eines Spenderorgans eingeht, nehme ich Kontakt mit den Hinterbliebenen auf. Ich frage dann, ob sie diesen Brief erhalten möchten. Wenn man einen solchen Brief nicht ankündigt, kommt das nämlich sehr plötzlich. In der Praxis kommt es nur selten vor, dass Hinterbliebene diesen Brief nicht wollen. Im Gegenteil.'

'Aus Erfahrung weiß ich, was ein solcher Brief bei Hinterbliebenen bewirkt. Sie empfinden ihn als angenehm, tröstlich. Die Trauer wird dadurch nicht weniger, aber er unterstützt sie. Besonders in der ersten Zeit nach dem Verlust eines geliebten Menschen.'

'Ein solcher persönlicher Brief schließt den Kreis. Hinterbliebene, die ein Dankeschön von einem Empfänger erhielten, können alles besser abschließen. Sie brauchen keinen direkten Kontakt, aber ein Brief, in dem jemand in eigenen Worten Dankbarkeit zeigt, bewirkt sehr viel.'

Mehr über Dankesbriefe



Kostenloses Magazin Transparant

Dies ist ein Artikel aus dem kostenlosen Magazin Transparant. Melden Sie sich an und erhalten Sie Transparant zweimal jährlich.

 

Transparant
Fachkraft liest Transparant